Besitzer mitschuld am Untergang der «Erika»
Aktualisiert

Besitzer mitschuld am Untergang der «Erika»

Der französische Ölkonzern Total trägt eine Mitschuld am Untergang des Öltankers «Erika» vor acht Jahren.

Das Unternehmen habe sich durch «Unachtsamkeit» mitschuldig gemacht, befand das zuständige Gericht in Paris am Mittwoch nach monatelangen Beratungen.

Total habe darüber hinweg gesehen, dass der Einwandtanker seinerzeit schon 25 Jahre alt gewesen und nicht regelmässig gewartet worden sei.

Auch der italienische Reeder Guiseppe Savarese und der Eigner des Schiffes, Antonio Pollara, seien für den Untergang der «Erika» verantwortlich, befand das Gericht. Sie müssten gewusst haben, dass der Öltanker seinerzeit unzureichend repariert worden sei, um «Kosten zu sparen».

Ein Strafmass nannte der Vorsitzende Richter Jean-Baptiste Parlos zunächst nicht. Die Staatsanwaltschaft hatte ein Jahr Haft und eine Geldstrafe von 75 000 Euro für Savarese und Pollara gefordert.

In dem monatelangen Verfahren um den Untergang des Tankers und die folgende Ölpest waren 15 Firmen und Einzelpersonen wegen «Meeresverschmutzung» angeklagt.

Die 25 Jahre alte «Erika» war im Dezember 1999 bei einem Sturm im Golf von Biscaya auseinandergebrochen. Aus dem angerosteten Tankschiff gelangten 20 000 Tonnen Öl ins Meer. Dadurch wurden etwa 400 Kilometer französische Küste verschmutzt, rund 150 000 Seevögel starben.

(sda)

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