Adresse verloren: Besitzer von France.com verklagt jetzt Frankreich
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Adresse verlorenBesitzer von France.com verklagt jetzt Frankreich

Jean-Noël Frydman hat 1994 France.com registriert. Nun soll ihm Frankreich den Namen illegal abgeknöpft haben. Der Mann hat Klage eingereicht.

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tob
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Der gebürtige Franzose Jean-Noël Frydman hat France.com im Jahr 1994 bei der Plattform Web.com registriert.

Der gebürtige Franzose Jean-Noël Frydman hat France.com im Jahr 1994 bei der Plattform Web.com registriert.

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Er betrieb seither unter der Adresse eine Reiseagentur. Der Screenshot zeigt die Website, wie sie im letzten Jahr ausgesehen hat.

Er betrieb seither unter der Adresse eine Reiseagentur. Der Screenshot zeigt die Website, wie sie im letzten Jahr ausgesehen hat.

France.com/Archive.org
Als Copyright führte der Mann den Zeitraum von 1994 bis 2016 auf.

Als Copyright führte der Mann den Zeitraum von 1994 bis 2016 auf.

France.com/Archive.com

Vor 24 Jahren hat Jean-Noël Frydman France.com bei dem Dienst Web.com registriert. Unter der Adresse betrieb er seit mehr als 20 Jahren eine Reiseagentur für Frankophile und Frankophone, die in den USA leben. In der Zeit arbeitete er unter anderem auch mit dem französischen Generalkonsulat in Los Angeles und dem Aussenministerium in Frankreich zusammen.

Dass der Franzose die Adresse France.com nutzte, war den Ämtern offenbar schon länger ein Dorn im Auge. Bereits 2015 versuchte Frankreich, den Namen zu erhalten – zuerst ohne Erfolg. Im September 2017 entschied jedoch ein Berufungsgericht, dass France.com gegen französisches Markenrecht verstösst. Die Anwälte wandten sich daraufhin an Web.com und forderten die Übertragung.

Franzose verklagt Frankreich

Seit Mitte März 2018 gehört France.com nicht mehr Frydman. Der Dienst Web.com übertrug die Domain an das französische Aussenministerium ohne eine Mitteilung an Frydman – und ohne Entschädigung. «Ich bin wahrscheinlich einer der ältesten Kunden von Web.com. Noch nie bin ich von einer Firma so behandelt worden», sagte Frydman zur Tech-Plattform Arstechnica.com.

Der gebürtige Franzose, der in den USA lebt, schlägt nun zurück. Er hat im April im US-Bundesstaat Virginia Klage eingereicht, um die Domain zurückzuerhalten. Bisher haben sich weder Web.com noch das französische Aussenministerium zum Fall geäussert.

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