Wallbach  AG: Besitzer von Waffenladen wird wegen Schüssen auf Einbrecher angeklagt
Aktualisiert

Wallbach  AGBesitzer von Waffenladen wird wegen Schüssen auf Einbrecher angeklagt

In einer Nacht im Herbst 2020 versuchten sechs Personen, in ein Waffengeschäft in Wallbach AG einzudringen. Nun wird gegen den Ladenbesitzer Anklage erhoben. 

von
Tanya Vögeli
Steve Last
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Im Herbst 2020 versuchten Unbekannte, in sein Waffengeschäft einzubrechen. Es kam zum Schusswechsel.

Im Herbst 2020 versuchten Unbekannte, in sein Waffengeschäft einzubrechen. Es kam zum Schusswechsel.

Telebasel
Dort stiessen sie aber auf einen Meisterschützen, der ehemaliger Schweizermeister im dynamischen Schiessen ist. Es kam zum Schusswechsel.

Dort stiessen sie aber auf einen Meisterschützen, der ehemaliger Schweizermeister im dynamischen Schiessen ist. Es kam zum Schusswechsel.

20min/Lukas Hausendorf
Beim dynamischen Schiessen, das international unter der IPSC (International Practical Shooting Confederation) organisiert ist, handelt es sich um einen Sport, bei dem Schützen ihre Fähigkeiten in komplexen Parcours messen. (Symbolbild)

Beim dynamischen Schiessen, das international unter der IPSC (International Practical Shooting Confederation) organisiert ist, handelt es sich um einen Sport, bei dem Schützen ihre Fähigkeiten in komplexen Parcours messen. (Symbolbild)

Wikimedia/Darren Mulford

Darum gehts

Im Herbst 2020 versuchten sechs Personen, in ein Waffengeschäft in Wallbach AG einzubrechen. Der aus dem Schlaf gerissene Ladenbesitzer habe das Feuer eröffnet, worauf es zu einer Schiesserei mit den Einbrechern gekommen sei. Die Täter ergriffen die Flucht und fuhren in einem Fahrzeug in Richtung Frankreich.

Nun wurde im Zusammenhang mit der Untersuchung dieser Nacht auch gegen den Ladenbesitzer ein Verfahren wegen versuchter mehrfacher vorsätzlicher Tötung eingeleitet, teilt die Staatsanwaltschaft Aargau in einer Medienmitteilung am Montag mit. 

Mitte Mai erhob sie gegen den Ladenbesitzer Anklage beim Bezirksgericht Rheinfelden. Er soll mit seinen Schussabgaben gegen die Fahrzeuge und deren Insassen schwere Verletzungen sowie auch den Tod von mehreren Personen zumindest in Kauf genommen zu haben.

Ladenbesitzer wurde vorgewarnt

Die Polizei hatte wegen vergleichbarer Einbruchsfälle bereits zuvor Kontakt zum Ladenbesitzer gesucht. Laut der Staatsanwaltschaft bereitete er sich entsprechend vor und legte eine Langwaffe und Munition bereit. Welcher Gang der Ereignisse im Rahmen der Ermittlungen rekonstruiert wurde, ist noch unklar. Die Staatsanwaltschaft muss bei einer Schussabgabe und verletzten Personen ein Verfahren eröffnen und im Zweifel Anklage erheben. Ob es sich um eine Notwehrsituation handelte, wird das Gericht beurteilen müssen.

Bisher konnte nur einer der sechs mutmasslichen Einbrecher gefasst werden. Der 32-jährige Franzose habe zwei Schussverletzungen an den Gliedmassen erlitten und sei ins Spital gebracht worden. Gegen ihn würden die französischen Behörden ein Verfahren wegen versuchter vorsätzlicher Tötung, qualifiziertem Einbruchdiebstahl sowie wegen Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrs- und das Waffengesetz führen.

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