Beslan: Terroristen sind in die Stadt geflüchtet
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Beslan: Terroristen sind in die Stadt geflüchtet

Bei der Erstürmung der Schule von Beslan konnten 13 Geiselnehmer flüchten, darunter offenbar auch Frauen mit Sprengstoffgürteln. Sie haben möglicherweise noch Geiseln in ihrer Gewalt.

Das Versteck der Terroristen in der Stadt wurde von Sicherheitskräften unter Beschuss genommen.

Eine russische Spezialeinheit hat am Freitag die von Kaukasus-Rebellen besetzte Schule in Nordossetien nach drei Tagen gestürmt.

Dutzende Geiseln flohen in Panik aus dem Gebäude in Beslan. Rund 250 wurden nach ersten Meldungen verletzt, unter ihnen 180 Kinder. Einige der Geiselnehmer konnten offenbar entkommen und verschanzten sich in einem Wohnhaus. Dort kam es zu heftigen Kämpfen mit Soldaten. Fünf Geiselnehmer wurden getötet, wie die amtliche Nachrichtenagentur ITAR-Tass berichtete.

In dem Schulgebäude lieferten sich Rebellen und Soldaten mehr als eine Stunde lang heftige Schiessereien. Eine grosse Rauchwolke stieg über dem Gebäude auf. Die Einsatzkräfte sprengten ein Loch in eine Gebäudemauer, um den eingeschlossenen Kindern und Erwachsenen den Weg ins Freie zu bahnen.

Einige Kinder waren blutüberströmt. Frauen brachen bewusstlos zusammen. Die Einsatzkräfte kümmerten sich um die Verletzten und brachten sie in ein Feldlazarett, das hinter einem Schützenpanzer errichtet wurde.

Die Behörden entschlossen sich zur Erstürmung des Gebäudes, nachdem mehrere Explosionen die Lage verschärft hatten und wiederholt Geiseln aus dem Gebäude geflohen waren. Unter ihnen waren auch Schulkinder, die nackt oder nur mit Unterwäsche bekleidet verzweifelt ins Freie liefen. Auch in den Strassen der Umgebung wurde geschossen. Die Rebellen feuerten nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Interfax auch auf fliehende Kinder.

In der chaotischen Situation vor dem Sturmangriff sollen mehrere Extremisten entkommen sein, darunter offenbar auch Frauen mit Sprengstoffgürteln. Sie hatten möglicherweise noch Geiseln in ihrer Gewalt.

Wie viele Geiseln sich noch in der Schule befanden, war zunächst unklar. Während Behörden von insgesamt rund 350 Geiseln gesprochen hatten, berichtete eine freigelassene Lehrerin in der Zeitung «Iswestia» von mehr als 1.500 Gefangenen. Unklar war ferner, wie viele Menschen von Beginn der Geiselnahme am Mittwoch bis Freitagmorgen von den Geiselnehmern getötet wurden. Ein örtlicher Abgeordneter erklärte, 20 erwachsene Männer seien willkürlich ausgewählt und gezielt getötet worden. Nach anderen Angaben wurden 12 bis 16 Menschen erschossen.

(dapd)

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