Beslan: Weit über 100 Todesopfer befürchtet
Aktualisiert

Beslan: Weit über 100 Todesopfer befürchtet

Beim blutigen Geiseldrama in der russischen Kaukasus-Stadt Beslan sind weit über 100 Menschen ums Leben gekommen. Rund 400 Verletzte wurden in den Spitälern der Region gezählt.

Unter den Verletzten sind mindestens 100 Kinder.

Nach einem Bericht der Agentur Interfax wurden über 100 Leichen von Geiseln in der Schule entdeckt, in der die Terroristen ihre Opfer seit Mittwoch festgehalten hatten. Die Todesursache stand zunächst nicht fest.

Am Mittag hatten mehrere Explosionen das Innere der Turnhalle erschüttert und einen Teil des Daches zum Einsturz gebracht. Wegen der herumliegenden Trümmer konnte die Zahl der Todesopfer noch nicht genau festgestellt werden, berichtete Interfax.

Bis zu der Entdeckung der Leichen in der Schule lag die Zahl der Toten bei 17. Unter diesen Toten waren mindestens 5 Kinder.

In einem anderen Stadtteil von Beslan dauerten am Nachmittag die Kämpfe zwischen Sicherheitskräften und einer Gruppe von Terroristen an. Die Geiselnehmer waren bei Beginn des Polizeieinsatzes aus dem Schulgebäude geflohen. Sie wurden später von Suchtrupps gestellt und verschanzten sich in einem Gebäude.

UNICEF: Schulen dürfen niemals Ziel von Gewalt werden

Das UNO-Kinderhilfswerk UNICEF hat den Opfern und Angehörigen des Geiseldramas sein Mitgefühl ausgedrückt. «Eltern und Kinder auf der ganzen Welt fühlen mit den Opfern dieser Schreckenstat», sagte UNICEF-Geschäftsführer Dietrich Garlichs am Freitag in Köln.

UNICEF sei besorgt, dass Kinder und Jugendliche immer öfter ins Fadenkreuz von Terror und Gewalt geraten. «Die Geiselnahme von Beslan markiert eine neue Dimension des Terrors», sagte Garlichs. Schulen müssten als sichere Orte für Kinder zum Lernen und Spielen respektiert werden und dürften niemals Ziel von Gewalt werden.

Spitzenpolitiker in aller Welt verurteilten die Geiselnahme, darunter auch der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder. «Hier haben gewissenlose Terroristen versucht mit der Ermordung von Menschen politische Ziele, die dann eigentlich keine mehr sein können, zu erreichen», sagte Schröder in Bonn. (sda)

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