Neurowissenschaft: Besser sehen dank Actionspielen

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NeurowissenschaftBesser sehen dank Actionspielen

Nun hat man doch noch etwas Gutes an Action-Videospielen gefunden. Sie sollen das Sehvermögen verbessern. Die Augen erfahrener Spieler sind empfindlicher für feine Kontraste als jene von Nicht-Spielern.

Mit den Actionspielen lasse sich die Kontrastempfindlichkeit des Auges trainieren, schreiben US-Forscher um Daphne Bavelier von der Universität Rochester (US-Staat New York) im Fachmagazin «Nature Neuroscience». Die Forscher verglichen das Kontrast-Sehvermögen erfahrener Action-Videospieler mit dem von Nicht-Spielern.

Die Videospieler waren dabei klar im Vorteil: Ihre Augen waren rund anderthalb Mal empfindlicher für feine Grauschattierungen. Diese Fähigkeit ist im Alltag besonders wichtig unter schlechten Sichtbedingungen wie etwa beim nächtlichen Autofahren. Die Kontrastempfindlichkeit gehört zu den Eigenschaften des Auges, die durch Altern oder Krankheiten zuerst leiden.

Um zu testen, ob sich das Kontrastsehen trainieren lässt, musste eine kleine Gruppe von Nicht-Spielern neun Wochen lang täglich Videospiele spielen. Bei denjenigen, die mit actionreichen Spielen trainierten, verbesserte sich die Kontrastempfindlichkeit der Augen nicht sehr stark, aber doch signifikant und anhaltend. Ein Strategie-Videospiel hatte diesen positiven Effekt dagegen nicht.

Die Forscher sehen Actionspiele bereits als ergänzende Technik zur Behandlung nachlassender Kontrastempfindlichkeit. Bislang sei - anders als für manche andere Fähigkeiten des Auges - keine Trainingstechnik für das Kontrastsehen bekannt. Eine Verbesserung sei bislang nur über Brillen, Kontaktlinsen oder chirurgische Eingriffe zu erreichen. (sda)

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