Aktualisiert 16.05.2007 08:49

Besseres Internet-TV von Swisscom

Nach der geglückten Übernahme von Fastweb will die Swisscom Technologie und Know-how des zweitgrössten italienischen Festnetzbetreibers nutzen.

Beim Internet-Fernsehen sollen die Kosten gesenkt werden können, wie Swisscom-Chef Carsten Schloter am Mittwoch sagte. Die Börse reagierte positiv.

Schloter zeigte sich an einer Telefonkonferenz erfreut über die grosse Zahl von Fastweb-Aktionären, die bis am gestern Abend das milliardenschwere Swisscom-Übernahmeangebot nutzten. Zusammen mit früher erworbenen 1,7 Prozent Fastweb-Aktien besitzt Swisscom nun einen Anteil von 82,4 Prozent am italienischen Breitbandanbieter. Konkrete Absichten, die Beteiligung zu erhöhen, bestehen laut Schloter nicht. Fastweb wird bereits im Juni konsolidiert und ihr Geschäft im Swisscom-Halbjahrausweis mit einem Monat berücksichtigt.

Swisscom will mit Fastweb die künftige Geschäftstätigkeit planen und mögliche Formen der Zusammenarbeit prüfen. Vor allem will Swisscom die Technologie und das Know-how von Fastweb beim Internet-Fernsehen nutzen. «Wir hoffen, dank der Erfahrung von Fastweb so schnell wie möglich die Kosten senken zu können und die Stabilität zu verbessern», sagte Schloter. Wegen der hohen Kosten von bis zu 1.400 Franken pro neuen Teilnehmer werde der Roll-out derzeit auf Sparflamme gefahren.

Das Geschäft von Fastweb in Italien soll laut Schloter weiter entwickelt werden. Derzeit decke das Unternehmen 45 Prozent der italienischen Haushalte ab. Mit dem angebotenen Technologie-Mix von Fastweb bestehe das Potenzial für weitere zehn Prozent. Pläne für weitere Akquisitionen im Ausland bestehen laut Schloter derzeit nicht. Auf die Risiken angesprochen sagte er, Swisscom habe unterschiedliche Erfahrungen gemacht mit Beteiligungen im Ausland: Geschäfte, die auf Wiederverkauf basierten, seien wenig erfolgreich gewesen, auf Infrastruktur ausgerichtete Geschäfte dagegen positiv.

Bereits bei Ankündigung der Expansionspläne waren die Reaktionen positiv. Der Bundesrat zeigte sich im März mit der Übernahme einverstanden. Auch von den Parteien kam Zustimmung. Das Departement Leuenberger gab am Mittwoch keine weitere Stellungnahme ab.

Der gesamte Kaufpreis für die Fastweb-Übernahme beläuft sich auf 4,2 Milliarden Euro oder umgerechnet rund 6,9 Milliarden Franken. Finanziert wird der Deal durch die Aufnahme neuer Fremdmittel, den Erlös aus dem Verkauf von Antenna Hungaria sowie den Verkauf eigener Aktien. In leicht schwächerem Gesamtmarkt reagierte die Börse positiv auf die Übernahme. Der Swisscom-Aktienkurs stand am Vormittag mit 431,50 Franken 2,3 Prozent über dem Vorabendschlusskurs. (dapd)

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