Aktualisiert 04.05.2006 13:25

Bestätigt: Ehemann von Rey-Bellet beging Selbstmord

Wie bereits gestern vermutet worden war, hat Gerold Stadler, der Ehemann und mutmassliche Mörder von Ex-Skistar Corinne Rey-Bellet, Selbstmord begangen. Dies gab die Polizei heute um 15 Uhr an einer Pressekonferenz in Lausanne bekannt.

Das Auffinden der Leiche von Gerold Stadler hat im Val d'Illiez Erleichterung ausgelöst. Es war befürchtet worden, Stadler könnte bei den Trauerfeierlichkeiten für Corinne Rey-Bellet und ihren Bruder zu einer Gefahr für die Überlebenden werden.

Man habe bei der Vorbereitung der Trauerfeierlichkeiten die Möglichkeit ins Auge fassen müssen, dass der Ehemann von Corinne Rey-Bellet und mutmassliche Todesschütze seinem kleinen Sohn und dem Schwiegervater etwas antun könnte. Deshalb sei man nun erleichtert, sagte Gemeindepräsident Philippe Es-Borrat.

«Jetzt können wir uns auf das Wesentliche konzentrieren, auf Corinne und Alain, und müssen nicht mehr an Stadler denken», sagte Es-Borrat weiter; er ist Angehöriger der Familie Rey-Bellet.

Seit Mittwoch sind die beiden Toten in der Dorfkirche aufgebahrt. Zahlreiche Menschen strömten in die Kirche, um von den beiden Abschied zu nehmen und den Angehörigen ihr Mitgefühl auszudrücken. Die Beerdigung findet am Freitag um 15.30 Uhr statt.

Die Leiche von Gerold Stadler wurde von einem Einheimischen im Wald nahe Ollon aufgefunden. Der Tote lag nur rund 700 Meter von seinem abgestellten Auto entfernt. Der Mörder von Ski-Star Corinne Rey-Bellet hat sich offenbar selbst erschossen. Die Untersuchung der Polizei konnte bis jetzt aber lediglich die Art der Verletzung feststellen, nicht aber deren Ursache.

Bis Stadler um 20:15 gefunden wurde, war eine grossangelegte Suche der Waadtländer Polizei im Gange, nachdem in dem Wald in Ollon um 15 Uhr Schüsse zu hören gewesen waren.

Die vier Schüsse fielen zwischen Ollon und Villars beim Weiler Panex. Lange Zeit war unklar, ob die Schüsse im Zusammenhang mit der Suche nach Gerold Stadler zu sehen seien.

Zehn Patrouillen und ein Superpuma im Einsatz

Nach der Meldung der Schüsse war eine grosse Polizeiaktion ausgelöst worden. Zehn Polizeipatrouillen kreisten das Gelände ein, und auch ein Hundeführer war im Einsatz. Im Einsatz war auch ein Superpuma-Helikopter der Armee mit Wärmebildkamera.

Am Ende fand aber nicht die Polizei sondern ein Bewohner der Region die Leiche Stadlers: Am Abend wurde eine Patrouille von einem Spaziergänger mit Hund informiert, er habe am Waldrand in der Nähe des Schiessstandes von Huemoz eine Leiche gefunden. Der Tote konnte um 20.15 Uhr als der Gesuchte identifiziert und gemeldet werden. Er lag nur gerade 700 Meter vom Ort entfernt, wo er am Sonntagabend seinen Wagen nach der wilden Flucht vom Tatort in Les Crosets im Wallis abgestellt hatte.

Schüsse um 15 Uhr

Wie Polizeisprecher Jean-Christophe Sauterel bestätigte, fielen die Schüsse nach 15:00 Uhr im bewaldeten und zerklüfteten Gebiet nördlich von Ollon und wurden von einem Polizeibeamten der Ortschaft sowie einer Einwohnerin im nahen Panex wahrgenommen.

Panex liegt nur wenige Kilometer vom Weiler Huémoz entfernt, wo die Polizei am Montagmorgen das Fahrzeug von Stadler gefunden hatte. Dieser hatte es in der Nacht von Sonntag auf Montag dort abgestellt, nachdem er am Sonntagabend in Les Crosets VS seine Frau Corinne und seinen Schwager Alain erschossen sowie die Mutter schwer verletzt hatte. Seither fehlt von Stadler jede Spur.

Erst die dritte PK brachte Klarheit

Um 19:15 war eine Pressekonferenz der Waadtländer Kantonspolizei anberaumt. Diese ergab aber zunächst keine neuen Informationen. Ob die vier Schüsse wirklich von Stadler stammten, konnte die Polizei um 19:15 und 20:30 Uhr jeweils nicht bestätigen. Erst die dritte Pressekonferenz um 22 Uhr brachte Klarheit: Stadler hat sich selbst gerichtet.

Trauerfeier

Die Trauerfeier für die Ex-Skirennfahrerin und ihren Bruder Alain findet am Freitag um 15.30 Uhr in Val d'Illiez VS statt. Die Beiden sind gemäss der am Mittwoch in Walliser Zeitungen publizierten Todesanzeige in der Dorfkirche aufgebahrt, wo die Bevölkerung von ihnen Abschied nehmen kann.

Diese Gelegenheit nutzten am Mittwoch vor allem zahlreiche Einwohner aus dem Unterwalliser Seitental. Für die Trauerfeier rechnet Polizeisprecher Jean-Marie Bornet mit grossem Andrang. Auf der Website von Corinne Rey-Bellet hinterlegten bisher über 4500 Menschen aus aller Welt ihre Beileidsbekundungen.

Die Todesanzeige wurde auch im Namen der Familie des Ehemanns Rey-Bellets sowie der Verlobten von Alain Rey-Bellet verfasst. Alain wollte seine Verlobte diesen Freitag heiraten.

(sda/pat)

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