Sie klären auf und brechen Tabus: Bestatter gehen mit Leichen-Creme viral

Publiziert

Sie klären auf und brechen TabusBestatter gehen mit Leichen-Creme viral

Ihr Tiktok-Account ist nichts für schwache Nerven: Die Ahorn-Bestattungsgruppe aus Deutschland informiert mit kurzen Videos über ihre Arbeit und den Tod. Ihr Clip zu einer ungewöhnlichen Creme ging auf der Social-Media-Plattform viral.

von
Picstars
Vorstandsvorsitzender Olaf Dilge ist in vielen Clips der Ahorn-Gruppe zu sehen.

Vorstandsvorsitzender Olaf Dilge ist in vielen Clips der Ahorn-Gruppe zu sehen.

Tiktok Screenshot/dertod_undwir

Darum gehts

  • Auf Tiktok landen die Fachkräfte des Ahorn Bestattungsdienstleisters einen viralen Hit: Sie erzählen, was es mit der Kalon Creme auf sich hat.

  • Den Zuschauern und Zuschauerinnen gefallen die Kuriositäten, die mit der Bestattungsarbeit zusammenhängen und lassen sich über das Thema Tod aufklären.

  • Das Unternehmen nutzt den Social-Media-Kanal auch zur Bewerbung von offenen Stellen.

  • Wie sich zeigt, gewinnen soziale Medien für die Branche zunehmend an Bedeutung.

Zwei Millionen Mal wurde das 33-sekündige Tiktok-Video angesehen, in dem ein unscheinbarer Cremebehälter gezeigt und die Frage: «Wofür ist das?», beantwortet wird. Zwei Fachkräfte des Bestattungsunternehmens Ahorn erklären, dass die nach Rosenblüten riechende Spezialcreme für die Haut von Toten gedacht ist und keinesfalls von Lebenden angewendet werden sollte. Die sogenannte Kalon Creme wird zum Lösen der Totenstarre verwendet. In den Kommentaren zeigen sich die Zuschauenden interessiert und amüsiert zugleich. Interessiert an der Aufklärung über die Bestattungsarbeit, amüsiert über die etwas steife Kameraperformance der beiden Fachpersonen.

Wird der Mund von toten Menschen zugenäht?

Welche Bandbreite an Emotionen beim Sprechen über den Tod auf Tiktok angebracht oder gar erwünscht ist, diskutieren die Nutzer und Nutzerinnen unterhalb des Clips. Das ändert nichts daran, dass die Social-Media-Beauftragten des deutschlandweiten Bestattungsdienstleisters ein Händchen für einen erfolgreichen Social-Media-Auftritt haben: Auch andere Videos, die beispielsweise klären, ob der Mund von Toten zugenäht wird, warum den Körpern Windeln angezogen werden, oder was mit verstorbenen schwangeren Frauen passiert, erzielen bis zu 1,7 Millionen Aufrufe.

In den Clips der Ahorn-Gruppe sieht man jeweils zwei Mitarbeitende im Gespräch. Sie klären ihre 96,7 Tausend Follower über ihre Arbeit auf, sprechen über Kuriositäten und beantworten Fragen aus der Followerschaft. Wie sie selbst sagen, möchten sie mit ihren Videos Tabus überwinden und aufklären. Dabei fungiert der Tiktok-Account mit dem Namen «Dertod_undwir» auch als Rekrutierungskanal: Direkt im Profil verlinkt ist das Jobs- und Perspektivenangebot der Bestattungsgruppe und in den Kommentaren werden konkrete Diskussionen zu offenen Stellen geführt.

Grosses Interesse am Thema Tod und Trauer

Mit ihrer Profil-Idee ist die Ahorn-Gruppe nicht allein. Vor einigen Monaten hat der 16-jährige Luis Bauer aus Nürnberg viel mediale Aufmerksamkeit erhalten. Er arbeitet beim Bestattungsunternehmen Burger und ist über Nacht durch Social Media bekannt geworden. Wie er gegenüber der Deutschen Presse-Agentur sagte, lechzten Menschen nach Informationen zu Tod und Trauer. Der Bundesverband Deutscher Bestatter hat die Entwicklungen zur Kenntnis genommen und betonte seinerseits, dass die sozialen Medien für die Branche zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Brought to you by

Das Influencer Radar entsteht im Rahmen einer Content-Partnerschaft zwischen 20 Minuten und Picstars. Die redaktionelle Verantwortung liegt bei 20 Minuten.

Picstars ist die führende Anbieterin für kreatives, zeitgeistiges und datengesteuertes Influencer-Marketing in der Schweiz. Die 2014 gegründete Agentur, mit Sitz in Zürich und Berlin, findet den «Perfect Match» zwischen Kunden*innen, Kampagnen und Influencer*innen und kreiert inspirierendes Storytelling für eine authentische Markenkommunikation. picstars.com

Deine Meinung