Bestechungsskandal bei Ikea weitet sich aus

Aktualisiert

Bestechungsskandal bei Ikea weitet sich aus

Nach einer vorsichtigen Schätzung beläuft sich der Schaden, der Ikea in Deutschland durch Scheinrechnungen von Baufirmen entstanden ist, inzwischen auf über eine Million Euro.

Wie die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main am Dienstag berichtete, wurden in der vergangenen Woche zwei Bauleiter eines Kölner Unternehmens unter dem Verdacht der Bestechung und des Betrugs festgenommen.

Wie die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Doris Möller-Scheu, erklärte, stehen die beiden Bauleiter im Verdacht, zwei leitende Mitarbeiter der deutschen Ikea-Zentrale bestochen zu haben, um an Aufträge zu kommen. Das Kölner Unternehmen habe zugleich versucht, die für Bestechung ausgegebenen Summen durch Scheinrechnungen über nie erbrachte Bauleistungen wieder herein zu holen. Die beiden Bauleiter, 57 und 58 Jahre alt, befänden sich mittlerweile in Untersuchungshaft.

Nach den Worten von Möller-Scheu stehen die beiden Ikea-Mitarbeiter mittlerweile im Verdacht, Geld und geldwerte Leistungen in Höhe von insgesamt 1,25 Millionen Euro kassiert zu haben und damit deutlich mehr als zunächst bekannt. So soll ein mit der Vergabe von Bauaufträgen befasster 56-jähriger Angestellter in den vergangenen fünf Jahren rund 750.000 Euro erhalten haben. Sein 48-jähriger Kollege stehe im Verdacht 200.000 Euro Geldleistung sowie Sachleistungen im Wert von rund 300.000 Euro erhalten zu haben. Die Gesamtsumme für beide Verdächtigen war bislang auf knapp 700.000 Euro geschätzt worden.

Mit der Festnahme der beiden Kölner Bauleiter steigt die Zahl der in Untersuchungshaft sitzenden Personen auf fünf. Neben den beiden Ikea-Mitarbeitern war Mitte August auch ein Düsseldorfer Bauunternehmer verhaftet worden. Insgesamt ermittelt die Frankfurter Staatsanwaltschaft gegen 15 bis 20 Verdächtige. Die Bestechungen sollen bereits seit fünf Jahren Praxis gewesen sein. Die beiden verhafteten Ikea-Mitarbeiter waren für den Neubau und die Instandhaltung von Möbelhäusern zuständig. (dapd)

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