Aktualisiert 14.06.2005 16:59

Bestnoten für Japaner

Japanische Autos bekommen von ihren Besitzern die besten Noten. Französische Marken bereiten die grössten Sorgen, und der Grossteil der deutschen Modelle landet im Mittelfeld.

Das ergab eine Studie zur Kundenzufriedenheit, die die Fachzeitschriften «AutoStrassenverkehr» und «Auto Motor und Sport» am Dienstag in Berlin vorstellten.

Grund für die starken Qualitätsunterschiede zwischen japanischen und deutschen Fahrzeugen ist nach Einschätzung der Experten der Kostendruck bei Herstellern und Zulieferern. Für ihren «Car Check» befragten die Magazine mehr als 65.000 Leser zur Zufriedenheit mit ihrem jeweiligen Fahrzeug, dem Vertragshändler und der Vertragswerkstatt. Zu den Kriterien zählten Zuverlässigkeit, Verarbeitungsqualität und Wiederverkaufswert.

Bemerkenswert: Von den 14 Modellen, die überdurchschnittlich gut abschnitten, stammen neben dem Gesamtsieger Lexus noch sechs weitere von japanischen Herstellern. Porsche schaffte es auf den zweiten Platz, BMW auf den vierten und Audi auf den zehnten.

Mercedes, seit einiger Zeit wegen zahlreicher Mängel in der Kritik, kam auf Platz 14. Insgesamt habe Mercedes das «Jammertal» aber durchschritten, hiess es. So sei die Zufriedenheit von 57,7 Prozent in 2003 auf 59,6 Prozent gestiegen. Opel folgt auf Platz 20, Ford auf 22 und VW auf Platz 23.

Abgestürzt sind die französischen Marken Renault (Platz 27), Citroën (28) und Peugeot (30). «Alle französische Hersteller haben ein Nachhaltigkeitsproblem», sagte «AutoStrassenverkehr»-Chefredakteur Roland Korioth. Bei diesen Marken gebe es nach einiger Zeit vermehrt Mängel. «Es treten aber bei allen Modellen durch die Bank Schäden auf, die wir eigentlich vergangen glaubten», betonte Korioth. Dies seien Bagatellen wie defekte Benzinleitungen oder Sitzgurte.

Neues Qualifizierungsprogramm für Automobilindustrie

Um die deutsche Automobilindustrie wieder auf den Spitzenplatz zu bringen, startete das Bundesforschungsministerium ein neues Qualifizierungssystem für die 1,8 Millionen Beschäftigten in der Automobil- und Zulieferindustrie. In den kommenden drei Jahren sollen dafür fünf Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden. Das Projekt ermöglicht den Beschäftigten IT-gestützte Weiterbildung und soll Unternehmen und Hochschulen vernetzen, damit neue Forschungsergebnisse in der Branche schneller angewendet werden.

Die Automobilbranche ist wegen vieler Neuentwicklungen besonders forschungsintensiv. Ein Drittel der Forschungsausgaben in Deutschland geht nach Ministeriumsangaben in den Automobilbereich, ein Viertel aller Forscher beschäftige sich mit Autos.

(dapd)

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