Aktualisiert 09.08.2015 14:45

Buskers und Thunfest

Besucher knausern beim Kauf der Festivalbändeli

Zehntausende strömten am Wochenende ans Buskers nach Bern und ins Oberland ans Thunfest. Ein Festivalbändeli oder eine Festplakette kauften aber viele nicht.

von
nel
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Das 12. Buskers Strassenmusik-Festival zog am Wochenende 75'000 Besucher an.

Das 12. Buskers Strassenmusik-Festival zog am Wochenende 75'000 Besucher an.

Buskers Bern
Trotz der heissen Temperaturen waren die Gassen sowohl am Tag als auch in der Nacht voller Strassenmusik-Fans.

Trotz der heissen Temperaturen waren die Gassen sowohl am Tag als auch in der Nacht voller Strassenmusik-Fans.

Buskers Bern
Die Zahlfreudigkeit der Besucher konnte jedoch weder die Berner noch die Thuner Organisatoren begeistern: Sowohl der Bändeli- als auch der Plakettenverkauf waren durchaus steigerungsfähig.

Die Zahlfreudigkeit der Besucher konnte jedoch weder die Berner noch die Thuner Organisatoren begeistern: Sowohl der Bändeli- als auch der Plakettenverkauf waren durchaus steigerungsfähig.

Buskers Bern

Trotz Hitze und strahlendem Sonnenschein zog es die Berner und Thuner am vergangenen Wochenende nicht nur in die Badis, sondern auch auf die heissen Plätze und Gassen ihrer Städte. Insgesamt rund 175'000 Menschen besuchten das Buskers sowie das Thunfest. Einzig die Aktivzone am Thunfest blieb tagsüber wegen den hohen Temperaturen fast leer: Die Besucher wollten wohl unangenehme Schweissausbrüche vermeiden.

Grosser Besucherandrang, kaum Zwischenfälle

Auch wenn sich viele am Freitagmorgen noch aus dem Bett quälen und zur Arbeit fahren mussten, zog es nach offiziellen Angaben der Polizei bereits am Donnerstag 20'000 Besucher ans 12. Buskers-Strassenmusik-Festival. Auch der Freitag mit 30'000 und der Samstag mit 25'000 Besucher machten das Festival zum Erfolg. Die positive Stimmung steckte an, so dass es keine nennenswerte Zwischenfälle gab: «Nach Angaben der Polizei ist es mit Abstand die weitherum friedlichste Openairveranstaltung dieser Grössenordnung», so Buskers-Organisatorin Christine Wyss. Und die Berner Kapo bestätigt: «Es gab keine erwähnenswerten Zwischenfälle», so Mediensprecherin Alice Späh.

Auch das Thunfest konnte sich über rund 100'000 Besucher freuen – der Neustart des Fests, das im vergangenen Jahr nicht stattfinden konnte, ist geglückt. «Die neuen Strukturen haben sich bewährt», sagt OK-Chef Matthias Harte. Die Arbeit mit einem praktisch komplett neuen Team habe hervorragend funktioniert. Zudem kann das Thunfest einen Teilrekord verzeichnen: «Wir hatten noch nie so viele Leute in der Stadt am Freitag», so Harte.

Trotz der hohen Besucherzahl hatte die Polizei nicht mehr zu tun als an einem normalen Wochenende. Beim Mühleplatz etwa gerieten drei Männer aneinander. Dabei wurde ein 21-Jähriger erheblich verletzt. Er begab sich selbständig ins Spital.

Unwetter führt zu Programmänderungen

Einziger Wermutstropfen: Am Samstagabend zog ein heftiges Gewitter auf. Daher musste am Thunfest das Konzert der Berner Band Anshelle abgebrochen werden. Dennoch liessen sich die Festivalgänger die Feierlaune nicht verderben, sondern verfolgten die weiteren Konzerte und tanzten in der Partyzone bis in die Puppen. Auch am Buskers wussten sich Künstler und Besucher zu helfen: Sie fanden unter den Lauben Schutz oder liessen sich einfach vom Regen erfrischen, so dass bis auf drei Shows alle Darbietungen planmässig stattfinden konnten.

Enttäuschender Festivalbändeli- und Festplakettenverkauf

Während sich die Künstler des Buskers über ein spendables Publikum freuen konnten – das Hutgeld fiel meist grosszügig aus –, sind die Organisatoren mit den Einnahmen nicht zufrieden. Sie zeigen sich vom Bändeliverkauf enttäuscht: «Zu viele Besucher scheinen das Buskers-System des offenen Festivalgeländes nicht zu verstehen oder sind nicht bereit, ihren minimalen freiwilligen Beitrag als Eintrittspreis für drei Tage Festival zu leisten.» Auch am Thunfest lief der Verkauf der Festplaketten und -humpen enttäuschend: Nur rund die Hälfte der erwarteten Stückzahlen konnten verkauft werden. In Zukunft wird der Verein Thunfest daher die Verkaufsaktivitäten intensivieren, damit den Leuten bewusst wird, dass für die Durchführung eines solchen Fests jeder Franken zählt.

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