Aktualisiert 20.01.2016 17:18

Anti-WEF-Demo

Besucher sollen Stadt Zug am Samstag meiden

Linksaktivisten rufen zum Protest gegen das WEF in der Stadt Zug auf. Ein Gesuch liegt nicht vor – nun bereitet sich die Polizei auf einen Grosseinsatz vor.

von
Amina Jakupovic
Mit solchen Aufrufen werben Aktivisten im Web für die Anti-WEF-Kundgebung.

Mit solchen Aufrufen werben Aktivisten im Web für die Anti-WEF-Kundgebung.

Kein Anbieter

Im Internet und auf zahlreichen sozialen Medien sowie mit Plakaten wird die Anti-WEF-Demo in Zug angekündigt. Diese richtet sich gegen das Weltwirtschaftsforum, das zurzeit in Davos stattfindet. Die Gegendemonstration soll am Samstag, 23. Januar abgehalten werden. Als Treffpunkt wird der sehr zentral gelegene Bundesplatz in Zug angegeben.

Die Polizei hat sich laut Sprecherin Judith Aklin auf die Kundgebung vorbereitet. Trotzdem rät Aklin, «die Stadt Zug, insbesondere die Bereiche Bundesplatz und Bahnhof, ab dem Mittag zu meiden beziehungsweise grossräumig zu umfahren.»

In Zug sei es die erste unbewilligte Demonstration in dieser Grösse. Die erforderlichen Massnahmen sind laut Aklin aber bereits eingeleitet. So stehe die Polizei auch mit den Sicherheitsdiensten verschiedener Firmen in Kontakt. «Zusätzlich werden Polizeikräfte anderer Kantone zum Einsatz gelangen», gibt sie an.

Kein Gesuch des Veranstalters

«Zug um Zug zur sozialen Revolution - Wipe out WEF»: Unter diesem Slogan wollen die Organisatoren und ihre Anhänger eine Kundgebung durchführen. Auf diversen Plattformen linksautonomer Organisationen wird Zug als idealer Ort für eine solche Veranstaltung angegeben. Begründet wird dies etwa damit, dass im Kanton, der als Steuerparadies bekannt ist, internationale Konzerne wie Siemens, Roche oder Glencore ihre Geschäfte betreiben. Diese sind laut den Linksautonomen «vernichtend für Mensch und Umwelt.»

Neben dem WEF wollen die Demonstranten aber auch gegen den Kanton und seine Steuerpolitik protestieren: «Um den Standort Zug attraktiv zu gestalten und noch mehr gut betuchte Steuerzahler anzulocken, werden ganze Quartiere durch Renovation und Neubau moderner Betonklötze und Hochhäuser aufgewertet. Da sich viele Menschen diese teuren Wohnungen nicht mehr leisten können, werden sie aus der Region Zug vertrieben», heisst es seitens der WEF-Gegner.

Laut dem Zuger Stadtrat Urs Raschle ist derzeit noch kein Gesuch für die Demo eingereicht worden. «Der Aufruf für diese Kundgebung erfolgte anonym im Internet. Trotz intensiven Bemühungen ist es bisher nicht gelungen, eine Kontaktperson ausfindig zu machen», sagt er. Die Polizei habe sich deshalb mit einem sorgfältig geplanten Dispositiv vorbereitet, um die öffentliche Sicherheit und Ordnung auch am kommenden Samstag aufrecht zu erhalten.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.