Stans: Beteiligung am Militärflugplatz
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StansBeteiligung am Militärflugplatz

Nidwalden will Teile des Militärflugplatzes Buochs kaufen. Damit soll der Flugplatz vermehrt zivil genutzt werden.

Der Kanton Nidwalden will Mitbesitzer des Militärflugplatzes Buochs werden. Geplant ist, eine Fläche von 230'000 Quadratmeter für 2,4 Millionen Franken zu erwerben. 3,9 Millionen will Nidwalden in einen neuen Tower und weitere Sicherheitsmassnahmen investieren.

Seit 1946 wird der Militärflugplatz zivil mitbenutzt. Heute starten und landen in Buochs keine Jets mehr. Die Luftwaffe führt die Anlage als Sleeping Base, das heisst sie wird nur noch im Notfall wieder militärisch in Betrieb genommen.

Heute sind die Pilatus-Flugzeugwerke die wichtigsten zivilen Kunden des Militärflugplatzes. Der Regierungsrat möchte aber, dass die Anlage vermehrt zivil genutzt wird. Er glaubt, dass dies dem Wirtschaftsstandort Chancen öffnen werde.

Einfluss sichern

Der Regierungsrat will deshalb die Flächen, die die Luftwaffe nicht mehr benötigt, kaufen. Der Kanton könne sich damit seinen Einfluss auf die weitere Entwicklung des Militärflugplatzes und der zivilen Mitbenutzung sichern, erklärte Regierungsrat Beat Fuchs am Dienstag.

Gekauft werden sollen alle Flächen und Immobilien südlich der Hauptpiste sowie einige militärische Unterstände nördlich der Piste. Mit einem Teil der Areale wird der zivile Flugverkehr sichergestellt. Auf einem weiteren Teil sollen Firmen angesiedelt werden, die auf den Flugplatz angewiesen sind. Der Rest soll Landwirtschaftsland werden.

Der Abbruch der nicht mehr benötigten Piste und die Renaturierung wird laut Fuchs nicht billig sein. Der Kanton hofft, die dazu nötigen Mittel aus dem Verkauf des Landes generieren zu können. Die Hauptpiste verbleibt im Besitz des Militärs. Die Airport Buochs AG, die den zivilen Betrieb gewährleistet, wird hier als Mieterin auftreten.

Keine Einzäunung

Sicherheitsmässig ist der Flugplatz nicht mehr auf dem neusten Stand. Zwar muss das Areal nicht durchgehend umzäunt werden, die Anlage wird aber mit zusätzlichen Zugangstoren gesichert. Geplant ist ferner ein neuer Kontrollturm. Bedient wird dieser von Skyguide.

Der Landrat wird im Juni über die beiden Kredite zum Kauf der Anlagen und zur Realisierung der Sicherheitsmassnahmen befinden. Zudem beantragt der Regierungsrat einen Planungskredit von 0,5 Millionen Franken. Dieser sei nötig, um die weitere Umsetzung der Flughafenstrategie zu planen.

Die Regierung hofft, in zwei Jahren mit dem Verkauf von Grundstücken beginnen zu können. Dies sei aber angesichts der Komplexität des ganzen Prozederes ein sportlicher Fahrplan, sagte Fuchs.

Warnung vor einem «Nein»

Lehnt der Landrat den Kauf der Flugplatzareale ab, wird der Kanton nach Angaben von Fuchs keinen Einfluss mehr auf die weitere Entwicklung der Anlage haben. Es ist davon auszugehen, dass die von der Luftwaffe nicht mehr benötigten Areale dann an einen Dritten veräussert werden.

Heute starten und landen auf dem Flugplatz jährlich 12'500 Flugzeuge. Das neue, noch nicht in Kraft gesetzte Betriebsreglement sieht jährlich bis zu 19'000 zivile und 500 militärische Flugbewegungen vor. (sda)

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