Aktualisiert 15.06.2011 13:11

Tschechien vor dem Absprung

Beteiligung an Raketenabwehr sistiert

Technische und politische Entwicklungen der jüngsten Zeit sehen für Tschechien innerhalb des Projekts nur noch eine marginale Rolle vor. Prag kehrt nun der von den USA geplanten Raketenabwehr in Europa den Rücken zu.

Der Verteidigungsminister Alexandr Vondra macht aus seinem Frust keinen Hehl.

Der Verteidigungsminister Alexandr Vondra macht aus seinem Frust keinen Hehl.

Tschechien will sich nicht mehr an der von den USA geplanten Raketenabwehr in Europa beteiligen. Grund sei die geringe Rolle, die Tschechien in diesen Plänen spiele, sagte Verteidigungsminister Alexandr Vondra am Mittwoch in Prag.

Tschechien wolle eigentlich teilnehmen, «aber nicht unter diesen Umständen», sagte Vondra. Zuvor hatte sich Vondra mit dem stellvertretenden US-Verteidigungsminister William Lynn getroffen.

Kontrollzentrum zur Auswertung von Satellitendaten

Die Regierung des damaligen US-Präsidenten George W. Bush hatte zunächst vorgeschlagen, zehn Abfangraketen in Polen und das Radarsystem in Tschechien zu stationieren. Russland protestierte aber heftig gegen den Plan und drohte mit der Stationierung eigener Raketen.

US-Präsident Barack Obama änderte dann im September 2009 die Pläne, die nur noch eine kleinere Rolle für Tschechien vorsehen. Das Vorhaben wurde auf ein Kontrollzentrum zur Auswertung von Satellitendaten reduziert. Die technische und politische Entwicklung habe dieses Projekt nun hinfällig gemacht, sagte eine Sprecherin des tschechischen Verteidigungsministeriums.

(sda)

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