Marit Larsen: «Betrachten wir das Ganze mal vom Mond aus»
Aktualisiert

Marit Larsen«Betrachten wir das Ganze mal vom Mond aus»

Dass sich unter all den Leuten auf der Erde genau die zwei finden, die füreinander bestimmt sind, hält Singer-Songwriterin Marit Larsen für fast unmöglich.

von
Cécile Blaser
«Auf Tour ist alles immer so sozial. Wenn ich eine Minute für mich haben will, muss ich aufs Klo»: Marit Larsen, 28 und bekannt für zuckersüsse Pop-Balladen.

«Auf Tour ist alles immer so sozial. Wenn ich eine Minute für mich haben will, muss ich aufs Klo»: Marit Larsen, 28 und bekannt für zuckersüsse Pop-Balladen.

Marit, glaubst du an die grosse Liebe?

Marit Larsen: Absolut. Ich sehe immer wieder bei Freunden, dass sie existiert. Und wenns funktioniert, ist es das Beste auf der Welt. Aber die Liebe ist meist super kompliziert.

Wie meinst du das?

Betrachten wir das Ganze mal vom Mond aus: Unter all den Menschen müssen sich genau die zwei finden, die perfekt zusammenpassen. Das ist doch fast unmöglich. Manche jedoch kriegen es irgendwie hin. Verrückt!

Ist es nicht eher so, dass man, vom Mond aus gesehen, denkt: Mein Gott, Kinder, was ist so schwierig daran, sich in Zweiergruppen zu­sammenzutun?

(lacht) Ja, das hat was. Aber Liebe ist eben nicht Mathematik. Da braucht es mehr.

Was denn?

Eine grosse Freundschaft. Und diese Anziehung und Aufregung, wenn ich die Person sehe, in die ich verliebt bin. Aber da ist auch dieses gewisse Etwas, das ich nicht benennen kann.

Versuchs doch!

Nein, geht nicht! Die Liebe wird zwar überall beschrieben: In Romanen, in Filmen, in Songs – aber wenn wir sie selbst er­leben, fühlt es sich an, als passiere alles gerade zum allerersten Mal.

Es schlägt ein wie ein Blitz.

Genau. Deswegen werde ich wohl nie aufhören, über die Liebe zu schreiben. Weil ich sie einfach noch nicht ganz begriffen habe.

Welche Geschichten in deinen Songs hast du selbst erlebt?

Das behalte ich lieber für mich.

Wie mysteriös ...

Ich tue das nicht, um mich mysteriös zu machen. Ich liebe es einfach, wenn man einen meiner Songs hört und dann denkt: In diesem Song geht es um mich. Und das mache ich kaputt, wenn ich zu viel über den Song erzähle.

In welchem Song siehst du dich denn selbst?

«All I Want» von Joni Mitchell. Sie ist mein grosses Vorbild.

Darin geht es um jemanden, der ständig unterwegs ist. Du bist selber etwa 200 Tage im Jahr auf Tour. Wie ist das?

Es macht Spass, auch wenns manchmal enorm anstrengend ist. Auf Tour ist alles immer so sozial, wir schlafen alle im gleichen Bus und essen immer zusammen, dauernd sind überall Leute. Ich habe nicht eine Sekunde, in der ich allein bin. Wenn ich eine Minute für mich haben will, muss ich aufs Klo.

Du hast dich in New York verschanzt, um die Lieder für deine neue CD zu schreiben.

Genau. Denn auf dem Klo schreibe ich keine guten Lieder. Ich brauche Ruhe, damit ich all die Gefühle loswerden kann.

Was sind deine Lieblingsorte in New York?

Mein liebster Laden ist Pinkyotto. Da gibt es die schönsten Kleider – und die sind nicht mal so teuer. Den besten Kaffee kriegst du bei Third Rail Coffee, gleich um die Ecke beim Washington Square Park.

Und die besten Drinks?

Im «Delmano» in Williamsburg. Der Drink Brooklyn Beauty ist aus Holunderbeersaft und Wodka. Super lecker!

Einsam

Um die Lieder für «Spark» zu schreiben, ihr drittes Studioalbum, hat sich die Norwegerin Marit Larsen mit einem Mikrofon, ein paar Instrumenten und dem Programm Garage Band in ein Apartment in New York verzogen. Heraus­gekommen sind zehn zarte bis bit­tere Songs über die Liebe.

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