Tamiflu im Puff: Betreiber rüsten sich gegen H1N1
Aktualisiert

Tamiflu im PuffBetreiber rüsten sich gegen H1N1

Die Puffs der Ostschweiz fürchten die Schweinegrippe und rüsten darum in Sachen Hygiene kräftig auf. Ein Betreiber schafft für die Prostituierten gar Tamiflu an. Der Kantonsarzt hat dafür kein Verständnis.

von
Raphael Labhart

Fredy Zeller, Chef des Paradiso in Romanshorn, fürchtet sich vor einer Pandemie: «Durch die Schweinegrippe wird das Business noch härter.» Denn durch die grosse Fluktuation könnte sich das Virus im Horizontalgewerbe schneller ausbreiten als in anderen Branchen. «H1N1 wird unter Sexworkerinnen ein immer grösseres Thema», bestätigt auch Marija Jurcevic von Maria Magdalena, der Beratungsstelle für Frauen im Sexgewerbe: «Immer mehr Prostituierte wollen wissen, wie sie sich vor der Grippe schützen können.» Laut Jurcevic gelte der Grundsatz «check the client»: Die Frauen sollen Kunden abweisen, wenn diese nicht gesund wirken.

«Allein das Aussehen des Kunden sagt noch nichts über dessen Gesundheit aus», so der Betreiber des Saunaclubs El Harem in Kirchberg. Darum organisiere er jetzt neben Desinfektionsmittel auch sobald möglich eine Impfung – und Tamiflu. Kantonsarzt Markus Betschart warnt dagegen vor überhasteten Alleingängen: «Tamiflu ist ein Medikament, das nur ein Arzt verschreiben darf.»

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