Aktualisiert 24.06.2019 15:39

Instagram-Posts

Betreibt Roger Federer Schleichwerbung?

Mehrere Prominente sollen auf Instagram Schleichwerbung betrieben haben. Jetzt hat die Schweizerische Stiftung für Konsumentenschutz bei der Lauterkeitskommission Beschwerde erhoben.

von
rab
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Die Schweizerische Lauterkeitskommission muss erstmals über Instagram-Posts befinden. DerKonsumentenschutz hat Beschwerden erhoben – unter anderen auch gegen Xenia Tchoumitcheva und Roger Federer. Der Grund: «Schleichwerbung».

Die Schweizerische Lauterkeitskommission muss erstmals über Instagram-Posts befinden. DerKonsumentenschutz hat Beschwerden erhoben – unter anderen auch gegen Xenia Tchoumitcheva und Roger Federer. Der Grund: «Schleichwerbung».

Screenshot Instagram
Tchoumitcheva hat über 1,5 Millionen Follower auf Instagram.

Tchoumitcheva hat über 1,5 Millionen Follower auf Instagram.

Im beanstandeten Foto-Post vom 12. Mai 2019 zeigt sie Schmuck, getaggt sind die Marken «Cartier» und «Eden Presley Jewelry». Laut Konsumentenschutz fehlt ein Hinweis auf bezahlte Werbung.

Im beanstandeten Foto-Post vom 12. Mai 2019 zeigt sie Schmuck, getaggt sind die Marken «Cartier» und «Eden Presley Jewelry». Laut Konsumentenschutz fehlt ein Hinweis auf bezahlte Werbung.

Screenshot Instagram

Mode-Influencerin Xenia Tchoumitcheva, Mountainbikerin Jolanda Neff, Tennis-Star Roger Federer – sie vereinen auf Instagram zusammen Millionen Follower. Wie die SRF-Sendung «10vor10» berichtet, hat die Schweizerische Stiftung für Konsumentenschutz gegen sie und weitere Persönlichkeiten bei der Lauterkeitskommission, eine Selbstregulierungs-Organisation der Werbebranche, Beschwerde erhoben.

Der Vorwurf: Die Stars sollen auf Instagram Schleichwerbung betreiben. Sara Stalder, Geschäftsleiterin Konsumentenschutz, sagt gegenüber «10vor10»: «Der Zeitpunkt, um Regeln zu machen, ist jetzt gekommen.» Werbung müsse in der Schweiz klar gekennzeichnet werden. Es sei wichtig, dass Influencer auf den sozialen Medien offenlegen, dass sie ein Produkt oder eine Dienstleistung nicht einfach so toll finden, sondern fürs Loben bezahlt werden.

Klare Kennzeichnung verlangt

Der Konsumentenschutz verlangt laut der Sendung nun eine klare Kennzeichnung wie zum Beispiel einen Button direkt auf dem Bild, durch den der Beitrag von privaten Posts unterschieden werden kann. Thomas Meier, Kommunikationsbeauftragter der Lauterkeitskommission, sagt gegenüber «10vor10», dass er sich zu den eingegangenen Beschwerden nicht äussern darf. Es sei jedoch wichtig, dass demnächst ein Entscheid getroffen werde, an dem sich vor allem Influencer orientieren könnten.

Der Konsumentenschutz hat pro Persönlichkeit gegen je einen Post auf Instagram Beschwerde erhoben. Der Anwalt von Roger Federer zeigt sich gegenüber «10vor10» überzeugt, dass die Beschwerden abgewiesen werden. Roger Federer nutze seine Social Media Accounts «authentisch und spontan», um mit seinen Fans zu kommunizieren. Zudem würde er die Öffentlichkeit stets transparent über seine Sponsoringtätigkeit informieren.

Der Assistent von Xenia Tchoumitcheva antwortet schriftlich: «Das war weder eine bezahlte Werbung, noch gab es je einen bezahlten Vertrag zwischen Xenia und diesen Marken.» Es

seien auf besagtem Post sogar zwei Konkurrenz-Marken getaggt – das würde in einem gesponsorten, bezahlten Post nie passieren. Mountainbikerin Jolanda Neff lässt gegenüber der Sendung derweil verlauten, dass sie bisher noch nie einen «Influencer-Post» abgesetzt hat. Obwohl sie fast täglich Anfragen erhalte, distanziere sie sich «deutlich davon».

Die Lauterkeitskommission wird in den nächsten Wochen oder Monaten ihr Urteil fällen. Sanktionsmöglichkeiten hat sie keine. Bei einem negativen Entscheid müsse man lediglich mit einem Imageverlust rechnen.

Folgende Instagram-Posts sind betroffen:

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