«Kann gewaltige Folgen haben»: Betreut bald das Ausland unsere Passdaten?
Aktualisiert

«Kann gewaltige Folgen haben»Betreut bald das Ausland unsere Passdaten?

Der Bund will das System zur Erfassung biometrischer Passdaten ersetzen. Dafür kommen Privatfirmen in Frage, möglicherweise auch solche aus Ländern mit zweifelhaftem Ruf.

von
kaf
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Das Staatssekretariat für Migration (Sem) will das System zur Erfassung von Passdaten ersetzen.

Das Staatssekretariat für Migration (Sem) will das System zur Erfassung von Passdaten ersetzen.

Keystone
Es geht um das System zur Erfassung biometrischer Gesichtserkennungs- und Fingerabdruck-Daten für Schweizer Pässe.

Es geht um das System zur Erfassung biometrischer Gesichtserkennungs- und Fingerabdruck-Daten für Schweizer Pässe.

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CVP-Nationalrat Alois Gmür warnt: «Wenn mit biometrischen Daten von Schweizern Unfug betrieben wird, kann das für sie gewaltige Folgen haben».

CVP-Nationalrat Alois Gmür warnt: «Wenn mit biometrischen Daten von Schweizern Unfug betrieben wird, kann das für sie gewaltige Folgen haben».

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Die Bundesverwaltung will Anlagen zur Verarbeitung hochsensibler Schweizer Passdaten Privatfirmen anvertrauen, möglicherweise sogar ausländischen Unternehmen. Dies berichtet die «Sonntagszeitung». Aus der Politik kommt scharfe Kritik. Auch ein Experte findet das Vorhaben heikel.

Es geht um das System zur Erfassung biometrischer Gesichtserkennungs- und Fingerabdruck-Daten für Schweizer Pässe. Das Staatssekretariat für Migration (Sem) will das System ersetzen. Mit einer Ausschreibung sucht der Bund nun Firmen, die das neue System konzipieren und warten.

Firma nicht frei wählbar

Das Brisante: Der Bund kann bei Ausschreibungen nicht frei wählen, welche Firma den Auftrag bekommt. Er muss ihn wegen internationaler Beschaffungsregeln jener Firma geben, deren Offerte die höchste Punktezahl erreicht – selbst wenn das eine Firma aus einem Land mit zweifelhaftem Ruf bezüglich Datendiebstahl wie etwa Russland ist.

CVP-Nationalrat Alois Gmür warnt: «Wenn mit biometrischen Daten von Schweizern Unfug betrieben wird, kann das für sie gewaltige Folgen haben, zum Beispiel wenn sie in eine heikle Weltregion reisen. Das Sem teilt mit, die internationalen Regeln erlaubten nur in extrem heiklen Situationen eine Einschränkung auf Schweizer Firmen.

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