Aktualisiert 28.11.2004 21:59

Betroffenheit nach Tod von sieben Feuerwehrleuten

Die Tragödie mit sieben toten Feuerwehrmännern im solothurnischen Gretzenbach hat landesweit Betroffenheit ausgelöst.

Bundespräsident Joseph Deiss und Bundesrat Samuel Schmid sprachen den Angehörigen ihr Beileid aus. Über die Ursache des Brandes in der Tiefgarage und den Deckeneinsturz wurde weiterhin gerätselt.

Bundespräsident Deiss und Bundesrat Schmid liessen am Sonntag den Angehörigen und den Kameraden der getöteten Feuerwehrleute aus Burkina Faso beziehungsweise Indien ihre Anteilnahme zukommen. Das in der Schweiz bislang folgenschwerste Unglück von Feuerwehrleuten löste in der ganzen Schweize Betroffenheit und in den Gemeinden Gretzenbach und Schönenwerd, woher die Opfer stammten, einen Schock aus. Psychologen und Seelsorger kümmerten sich um die Angehörigen der Opfer.

Gesicherte Kenntnisse zur Ursache des Autobrandes in der Tiefgarage der Überbauung und über die Gründe des Deckeneinsturzes lagen nicht vor. Spezialisten nehmen am Montag die Ermittlungen auf. Von Anzeichen auf bauliche Mängel in der Ende der 1980-er erstellten Mehrfamilienhäuser war bislang nichts bekannt. Der Kommandant der Feuerwehr und Einsatzleiter Paul Haus bezeichnete den Unglückseinsatz als verhältnismässig. Es habe keine risikohaften Anzeichen gegeben und seine Leute hätten mit dieser Art von Löscheinsätzen vier bis zehn Jahre Erfahrung gehabt.

Die Feuerwehr Schönenwerd-Gretzenbach war am Samstagmorgen kurz nach 06.00 Uhr wegen zum Löscheinsatz in der Tiefgarage der Überbauung Staudenacker ausgerückt. Kurz vor halb acht Uhr kam es unvermittelt zur Katastrophe: Innert Sekunden brach ein grosser Teil der Betondecke der Tiefgarage über den elf Feuerwehrleuten zusammen. Drei von ihnen konnten sich noch in Sicherheit bringen. Ein Vierter wurde direkt nach dem Einsturz verletzt gerettet. Sieben blieben unter den Trümmermassen begraben.

Gewissheit, dass kein Verschütteter überlebte, bestand erst in der Nacht auf Sonntag - fast 18 Stunden nach dem Einsturz der Betondecke. Kurz vor Mitternacht wurden die beiden letzten Opfer aus den Trümmern geborgen. Bei den getöteten Feuerwehrleuten handelt es sich um fünf Männer im Alter von 27 bis 42 Jahren aus Schönenwerd sowie um zwei Männer im Alter von 36 und 43 Jahren aus Gretzenbach selber. Drei der Toten hinterlassen Frau und Kinder. Es ist das bislang folgenschwerste Unglück von Feuerwehrleuten in der Schweiz.

(dapd)

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