Betrogene entführen den Betrüger
Aktualisiert

Betrogene entführen den Betrüger

Ein islamischer Geistlicher und Betrüger aus Kamerun ist von drei Männern aus dem Balkan entführt und zwei Tage in einem Atomschutzbunker in Denges VD gefangen gehalten worden.

Die Entführer wurden am Dienstag in Genf verhaftet. Der in Frankreich wohnhafte Geistliche wurde am Sonntag entführt, wie die Genfer Untersuchungsrichterin Alix Francotte Conus am Freitag einen Bericht der Zeitung «Tribune de Genève» bestätigte. Der Kameruner sei während seiner Gefangenschaft misshandelt worden. Seine Entführer hätten ihn halbnackt an eine Türe gekettet. Er hatte sie um gut 500 000 Euro betrogen.

Gemäss Francotte Conus ist der Gesundheitszustand des Opfers schlecht. Am Freitag war der Mann im Spital und konnte nicht einvernommen werden.

Die drei Entführer gaben gegenüber der Untersuchungsrichterin an, der Geistliche und seine Komplizen habe sie um fast 500 000 Euro betrogen. Das müsse aber noch verifiziert werden, sagte sie.

Der Kameruner machte den Tätern anscheinend weis, er könne Banknoten wundersam vermehren. Das Trio wollte sich das Geld wieder beschaffen. Nach der Entführung verlangten die drei von der Ex- Freundin des Opfers ein Lösegeld von 100 000 Franken, worauf sich diese am Montag zur Polizei in Genf begab und die Geschichte erzählte.

Die Entführer hatten die Frau zur Lösegeldübergabe für Dienstag in ein Genfer Hotel bestellt. Die Polizei stellte ihnen eine Falle und verhaftete sie. Einer von ihnen trug eine Faustfeuerwaffe und einen Pfefferspray auf sich.

Die 38, 34 und 25 Jahre alten Täter wurden wegen Körperverletzung, Erpressung, Freiheitsberaubung und Entführung angezeigt. Sie sitzen in Untersuchungshaft. Sie stammen aus dem Balkan, zwei wurden eingebürgert. Der Geistliche aus Kamerun muss sich wegen Betrugsdelikten verantworten.

(sda)

Deine Meinung