Aktualisiert 04.10.2019 09:43

US-Gericht

Betrogener Ehemann bekommt 750'000 Franken

Ein US-Amerikaner verklagte den Liebhaber seiner Ehefrau. Dieser habe das Scheitern seiner Ehe verschuldet. Ein Gericht gab ihm recht – mit Bezug auf ein altes Gesetz.

von
jk
1 / 8
Der Amerikaner Kevin Howard wurde nach 12 Jahren Ehe von seiner Frau verlassen.

Der Amerikaner Kevin Howard wurde nach 12 Jahren Ehe von seiner Frau verlassen.

Patrick Pleul
Über einen Privatdetektiv fand Howard heraus, dass seine Frau ihn mit einem Bekannten betrog.

Über einen Privatdetektiv fand Howard heraus, dass seine Frau ihn mit einem Bekannten betrog.

Er gab diesem die Schuld an der Trennung und verklagte ihn kurzerhand.

Er gab diesem die Schuld an der Trennung und verklagte ihn kurzerhand.

Sohl

Nach zwölf Jahren Ehe wurde der Amerikaner Kevin Howard von seiner Frau verlassen. Er arbeite zu viel und habe nie Zeit für sie, so die ursprüngliche Begründung der Ehefrau. Wie der «Spiegel» schreibt, hat Howard dieser Aussage misstraut und kurzerhand einen Privatdetektiv auf seine Frau angelegt. Der Detektiv fand schliesslich den wahren Grund für die Trennung: Howards Frau hatte eine Affäre mit einem Arbeitskollegen, der zudem ein enger Bekannter der Familie war.

Das wollte Howard nicht auf sich sitzen lassen. Gegenüber US-Medien liess er verlauten, die Leute müssten verstehen, dass die Ehe eine heilige Institution sei. So zog Howard seine gescheiterte Beziehung mithilfe einer Anwältin vor Gericht und verklagte den aufgeflogenen Liebhaber seiner Frau. Dieser habe das Ende seiner Ehe verschuldet. Die Richter entschieden zugunsten von Howard und sprachen ihm umgerechnet knapp 750'000 Schweizer Franken zu.

Veraltetes US-Gesetz

Was im ersten Moment absurd klingt, geht auf ein Gesetz aus dem 19. Jahrhundert zurück – also aus einer Zeit mit ganz anderen Geschlechterrollen. So wurden der Frau ausschliesslich die Aufgaben der Hausfrau und Mutter zugewiesen. Sie wurde weitgehend als Besitz ihres Mannes betrachtet, dieser hatte mitunter das Recht, sie zu züchtigen. Das Gesetz besagt, dass ein Ehepartner eine Drittperson verklagen kann, wenn diese durch unrechtmässiges Verhalten zum Scheitern der eigenen Ehe beigetragen hat. Neben North Carolina, wo Howard lebt, ist die Bestimmung in fünf weiteren US-Bundesstaaten in Kraft.

Wie der «Spiegel» weiss, ist Howards Anwältin in solchen Fällen geübt. Sie ziehe jedes Jahr mindestens einen davon vor Gericht. Vor einigen Jahren habe einer ihrer Mandanten, der verlassen worden war, umgerechnet rund 5,9 Millionen Franken erhalten. Eine weitere Mandantin erhielt gar knapp 9 Millionen Franken, nachdem ihre Ehe nach 33 Jahren in die Brüche gegangen war und die Frau der Affäre ihres Mannes die Schuld dafür gegeben hatte.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.