Kinox.to: Betrüger bitten Nutzer von Streamingseite zur Kasse
Publiziert

Kinox.toBetrüger bitten Nutzer von Streamingseite zur Kasse

Wer auf Kinox.to Filme streamt, könnte demnächst eine angebliche Abmahnung von 20th Century Fox Film erhalten. Dabei handelt es sich aber um einen Fake.

von
vhu
1 / 4
In der Schweiz kursieren gefälschte Streaming-Abmahnungen, die angeblich vom Hollywoodstudio 20th Century Fox Film stammen sollen. Die Nutzer werden von Betrügern zur Kasse gebeten.

In der Schweiz kursieren gefälschte Streaming-Abmahnungen, die angeblich vom Hollywoodstudio 20th Century Fox Film stammen sollen. Die Nutzer werden von Betrügern zur Kasse gebeten.

20th Century Fox Film
Via Mail geben sich die Betrüger als Rechtsanwalt Sebastian Dramburg aus. Sie verlangen wegen vermeintlicher Urheberrechtsverletzungen durch das Streaming von Filmen via Kinox.to von den Nutzern 324.35 Euro. Dieser Betrag müsse innerhalb von fünf Tagen beglichen werden.

Via Mail geben sich die Betrüger als Rechtsanwalt Sebastian Dramburg aus. Sie verlangen wegen vermeintlicher Urheberrechtsverletzungen durch das Streaming von Filmen via Kinox.to von den Nutzern 324.35 Euro. Dieser Betrag müsse innerhalb von fünf Tagen beglichen werden.

Steigerlegal.ch/Screenshot
In diesem Betrugsfall haben die Täter nicht nur die Identität des echten Rechtsanwalts Sebastian Dramburg missbraucht, sondern auch dessen Website dreist kopiert. Prüft man diese aber, so findet man heraus, dass die Seite über einen russischen Hoster läuft. Dieser Screenshot zeigt die Fake-Seite.

In diesem Betrugsfall haben die Täter nicht nur die Identität des echten Rechtsanwalts Sebastian Dramburg missbraucht, sondern auch dessen Website dreist kopiert. Prüft man diese aber, so findet man heraus, dass die Seite über einen russischen Hoster läuft. Dieser Screenshot zeigt die Fake-Seite.

it-anwaltskanzlei.eu/Screenshot

Laut einer Meldung des IT-Rechtsanwalts Martin Steiger kursieren in der Schweiz gefälschte Abmahnungen. Die Betrüger geben sich dabei als Anwalt Sebastian Dramburg aus Berlin aus und beklagen Urheberrechtsverletzungen durch Streaming auf Kinox.to.

Verlangt wird eine Zahlung von 324.35 Euro (200 Euro Schadenersatz, der Rest für die Anwaltskosten) innerhalb von fünf Tagen. Durch den vergleichsweise tiefen Betrag und die kurze Zahlungsfrist wollen die Betrüger wohl möglichst viele Opfer dazu bringen, die Abmahnung tatsächlich zu bezahlen.

Martin Steiger empfiehlt, solche Abmahnungs-Mails zu ignorieren und gegebenenfalls dem Bundesamt für Polizei (Fedpol) zu melden.

Verhaltenstipps bei verdächtigen Abmahnungen

Was tun, wenn man eine Abmahnung im Postfach findet? Nicht jede Mail ist gefälscht. Im Zweifelsfall sollte man verschiedene Abklärungen zur Echtheit der Nachricht tätigen, sich an Fachpersonen oder eine Fachstelle wenden. Steiger rät zur genauen Prüfung: «Echte Abmahnungen kommen oft auch per Briefpost. Zudem sind echte Abmahnungen sehr präzise formuliert, nennen genaue Daten und verwenden eine persönliche Ansprache. Eine gute Kontrolle lohnt sich.»

Wichtig sei auch, immer abzuklären, ob die Abmahnung überhaupt auf einen zutreffe. «Solche Fake-Abmahnungen werden meist willkürlich versendet. Oft trifft der Sachverhalt gar nicht auf die abgemahnten Personen zu», sagt Steiger. Der Rechtsanwalt hat bereits mehrere Nachrichten von Betroffenen der Kinox.to-Abmahnung erhalten. Etwa von einem Jugendlichen, dessen Mutter eine solche bekommen hatte.

Spuren führen nach Russland

Die E-Mails werden über UniSender verschickt. Dabei handelt es sich um einen E-Mail-Versanddienst in Russland und in der Ukraine via die Domain Emlstart.com. Verdächtig ist der «Unsubscribe»-Link, also die Möglichkeit, Mails abzubestellen, wie das bei Newslettern üblich ist.

Zu denken gibt auch die Tatsache, dass die Domain It-anwaltskanzlei.eu erst am 26. Februar 2018 registriert wurde. Hinzu kommt, dass der E-Mail-Server für die verwendete E-Mail-Adresse kontakt@it-anwaltskanzlei.eu beim russischen Anbieter REG.RU gehostet wird. Genauso wie die Website, die vom echten Webauftritt des Rechtsanwalts Sebastian Dramburg dreist kopiert wurde.

Ist die Nutzung von Kinox.to legal?

Martin Steiger sagt dazu: «Ja, davon gehe ich aus. Ich rate allerdings davon ab, solche Websites zu nutzen: Man gefährdet damit häufig die eigene IT-Sicherheit und fördert die kriminellen Hintermänner.»

Deine Meinung