Vermeintliches Fest: Betrüger sammelt Geld für Schwingfest
Aktualisiert

Vermeintliches FestBetrüger sammelt Geld für Schwingfest

In der Region sammelt ein Betrüger für ein Schwingfest, das gar nicht existiert. Dutzende Gewerbler sind ihm auf den Leim gegangen.

von
Simone Hubacher
Jürg Stoller informierte Polizei und Gewerbeverein.

Jürg Stoller informierte Polizei und Gewerbeverein.

Der Unbekannte sammelt laut dem Internetportal Bern-Ost für das 52. Knabenschwingfest auf dem Schwand vom 8. April. Nur: Dieses gibt es nicht. Der Münsinger Geschäftsmann Jürg Stoller ist eines der Opfer. Der Betrüger erschien am Dienstag mit einer Liste bei ihm im Büro. «Wir unterstützen junge Sportler gern, wohl deshalb habe ich der Liste zu wenig Beachtung geschenkt.» Stoller spendete 100 Franken. «Als ich die Kopie später erneut zur Hand nahm, dämmerte es mir: Darauf war nämlich kein Logo ersichtlich.» Er informierte umgehend die Polizei und den Gewerbeverein Aaretal, der daraufhin ein Rundmail verschickte.

Stutzig wurde auch Matthias Siegenthaler, der selber Schwinger ist und bei der Firma Baumat AG in Wichtrach arbeitet. «Ich kannte den jungen Mann nicht, was kaum vorkommt in der Schwinger­familie.» Auch sie seien auf ihn hereingefallen, so Ronny Biser vom Haushaltapparate-Geschäft in Grosshöchstetten. «Mein Vater hat als Letzter auf der Liste unterschrieben.» Der Täter sei etwa 16 bis 20 Jahre alt, kräftig gebaut und spreche Berndeutsch.

«Der Fall trifft die heile Welt der Schwinger», sagt Peter Studer vom Schwingklub Münsingen und Umgebung. Von Haus zu Haus gehen und sammeln sei sonst gang und gäbe. Die Polizei tappt im Dunkeln. «Wir konnten niemanden anhalten», sagt Kapo-Sprecher Nicolas Kessler.

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