Fiese Masche: Betrüger wollen mit Corona-Ausrede Wohnungssuchende abzocken
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Fiese MascheBetrüger wollen mit Corona-Ausrede Wohnungssuchende abzocken

Die Unsicherheit wegen Corona kommt Betrügern entgegen: Fälscher von Onlineinseraten versuchen, Interessenten zu einer Vorauszahlung zu überreden, ohne ihnen eine Wohnung zu zeigen. Wir zeigen dir, woran du ein Abzocker-Inserat erkennst.

von
Janine Gloor
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Homegate hat eine Welle von betrügerischen Inseraten festgestellt.

Homegate hat eine Welle von betrügerischen Inseraten festgestellt.

20 Minuten Agency
Betrüger geben vor, wegen Corona keine Wohnungsbesichtigung in Person durchführen zu können.

Betrüger geben vor, wegen Corona keine Wohnungsbesichtigung in Person durchführen zu können.

Tamedia
Ohne eine Wohnung zu zeigen, fordern sie Geld.

Ohne eine Wohnung zu zeigen, fordern sie Geld.

Unsplash

Darum gehts

  • Homegate hat eine Welle von Betrugsversuchen festgestellt.

  • Die Betrüger geben an, wegen Corona könne keine Wohnungsbesichtigung stattfinden.

  • Stattdessen verlangen sie eine Vorauszahlung.

  • Homegate warnt auch vor Phishing-Angriffen mit gefälschten Emails.

In den letzten Monaten haben Betrüger vermehrt versucht, bei der Onlineplattform Homegate gefälschte Onlineinserate für Wohnungen und Häuser aufzuschalten, wie das Portal festgestellt hat. In der Corona-Pandemie verwenden die Fälscher eine neue Ausrede, um ihre Opfer zu täuschen.

«Uns ist aufgefallen, dass Corona als Vorwand missbraucht wird, um keine Wohnungsbesichtigung vor Ort durchführen zu müssen», sagt ein Homegate-Sprecher auf Anfrage von 20 Minuten. Stattdessen verlangen die Betrüger Geld, zum Beispiel als Vorauszahlung einer Mietkaution.

Ist das Geld versendet, merken die Opfer, dass es die Traumwohnung mit der günstigen Miete gar nie gab. «Das ist eine besonders perfide Art, die Verunsicherung der Leute auszunutzen», sagt der Sprecher von Homegate, das wie 20 Minuten zur TX Group gehört.

So erkennst du gefälschte Inserate

  • Preise vergleichen: Bevor man sich zu früh über die günstige Traumwohnung an bester Lage freut, soll man solche Inserate unbedingt genau prüfen. «Bleiben sie misstrauisch», sagt ein Homegate-Sprecher. Am besten vergleicht man die Preise vergleichbarer Wohnungen in der gleichen Gegend. «Ist ein Wohnungsangebot zu gut um wahr zu sein, ist es das meistens auch.»

  • Vorsicht bei Vorschuss-Zahlungen: Wenn verlangt wird, dass Geld für die Mietkaution, eine Besichtigung oder für den Erhalt eines Schlüssels bezahlt wird, ist ebenfalls Vorsicht geboten. «Machen Sie keine Zahlung für eine Wohnung, die Sie noch nie betreten haben», so der Homegate-Sprecher.

  • Eigentümer in Ausland: Wenn die Besitzerin der Wohnung angibt, im Ausland zu sein und deshalb nicht persönlich die Wohnung zeigen kann, gilt höchste Vorsicht.

  • Persönliche Daten nicht offenlegen: Unter keinen Umständen Passwörter, Bankangaben, Ausweiskopien oder andere private Daten via Email an vermeintlich vertrauenswürdige Absender schicken. Ein Blick auf den Absender kann helfen, das Email als Fälschung zu enttarnen. Doch auch hier werden die Betrüger dreister und geschickter.

  • Inserat melden: «Im Zweifelsfall das betreffende Inserat Homegate melden», sagt der Sprecher. Dann werde es nochmals genau überprüft. Im Falle eines Betruges soll möglichst schnell eine Anzeige erstattet werden.

Um zu verhindern, dass betrügerische Inserate aufgeschaltet werden, prüft Homegate sämtliche Inserate von Privatpersonen vor der Publikation manuell und mit technischen Tools, wie das Portal in einer heute erschienenen Mitteilung erklärt. «Wir können so bei 99.5 Prozent aller Betrugsfälle verhindern, dass das Inserat online geht», so der Sprecher.

Die neue Masche mit Corona als Vorwand kennt auch der Mieterinnen- und Mieterverband. «Uns ist ein Fall bekannt, wo angegeben wurde, dass der Hauseigentümer im Ausland ist und wegen Corona nicht in die Schweiz zur Besichtigung reisen könne», sagt eine Sprecherin des Verbandes zu 20 Minuten. Der Interessent wurde dann aufgefordert, im Voraus Geld zu überweisen. Zum Glück habe er die Falle gewittert und sich an den Verband gewendet.

Der Trick mit einer Person, die im Ausland weilt, ist schon bekannt. Neu ist die Begründung mit Corona hinzugekommen. «Es ist tragisch, dass versucht wird, die Leute auf diese Art zu täuschen», sagt die Sprecherin. «Wir raten in solchen Fällen unbedingt, sich beraten zu lassen und eine Strafanzeige zu machen, auch bei versuchtem Betrug.»

Niemals das Passwort angeben

Homegate warnt vor einem weiteren Weg, wie Betrüger über ihr Portal agieren. «In sogenannten Phishing-Emails, die aussehen, als seien sie von uns, werden die Empfänger aufgefordert, Passwörter oder Kreditkartendaten anzugeben», sagt der Homegate-Sprecher.

Von Phishing-Emails seien nicht nur private Nutzer betroffen, sondern auch professionelle Makler. Das Ziel der Betrüger ist es, an das Konto eines glaubwürdigen Anbieters zu kommen, um in dessen Namen gefälschte Inserate aufzuschalten.

Deine Meinung

72 Kommentare
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Aushängeschild sagt alles

18.02.2021, 13:38

Die Tafel ist aber schlecht montiert.

Abzocke ist normal

18.02.2021, 13:20

In der Schweiz wird man bereits bei den Mietpreisen abgezockt. Jede Stadt ist ein sehr teures Dorf. In Istanbul bekommt man für 1100Fr. eine Wohnung mit Pool und für 170Fr bez 1300TL eine normale 3 Zimmer Wohnung mit einer Anzahlung von nur 1 Monat. Das ist wenigstens eine echte Stadt.

ringhio85

18.02.2021, 13:20

Zur Zeit inseriert jemand kontinuierlich auf Facebook e-Mountainbike zu sehr attraktiven Preisen! Doch wenn man am vereinbarten Besichtigungs- und Abholort ist wird, man überall geblockt und hat keine Spur mehr vom Anbieter. Deswegen: NIE Geld im Voraus schicken, immer zuerst auf eine Besichtigung beharren!