Dübendorf ZH: Betrug statt Traumferien
Aktualisiert

Dübendorf ZHBetrug statt Traumferien

Ein brasilianischer Reiseunternehmer aus Dübendorf muss für ein halbes Jahr ins Gefängnis. Der Angeklagte hat diverse Touristen und Reisebüros um mindestens 60 000 Franken geprellt.

von
Attila Szenogrady

Vor vier Jahren stieg der heute 26-jährige Angeklagte in die Touristikbranche ein. Der aus Brasilien stammende Dübendorfer bot mit seinem Reisebüro günstige Flüge nach Uebersee und Ferien in Südamerika an. Schon nach wenigen Monaten befand sich das Unternehmen des überforderten Angeklagten jedoch in finanzieller Schieflage.

Gelder für sich eingesteckt

Auf das Chaos reagierte der Angeschuldigte im Frühling 2007 mit ersten Betrugshandlungen. So kassierte er für angebliche Flugreisen im Voraus die vereinbarten Geldbeträge ein. Danach steckte er die Zahlungen in die eigenen Taschen und unterliess es, die Summen an die Geschäftspartner von anderen Reisebüros weiterzuleiten. Dabei operierte er auch mit gefälschten Dokumenten, die den Anschein erweckten, wonach die Einzahlungen korrekt erfolgt seien.

So bemerkten viele Reisende den Schwindel erst am Flughafen. Oder erst im Ausland, wobei die vom Angeklagten betrogenen Reiseunternehmen für den finanziellen Schaden aufkommen mussten. Als der Dübendorfer im Dezember 2007 in den Konkurs fiel, hatte er bereits 160 000 Franken verlocht.

Die Staatsanwaltschaft konnte später rund 60 000 Franken als erwiesenen Deliktsbetrag einklagen.

Auch als Schläger aktiv

Als sich der Angeklagte im letzten Frühjahr zuerst vor dem Bezirksgericht Zürich verantworten musste, waren nicht nur die Wirtschaftsdelikte ein Thema. So musste er sich zusätzlich als Schläger verantworten. So hatte er in einem Latino-Club in Winterthur eine über 30-jährige Landsfrau brutal verprügelt. Aufgrund von Vorstrafen verurteilte das Gericht den teilgeständigen Angeschuldigten wegen mehrfachen Betrugs, Urkundenfälschungen sowie Körperverletzung zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 14 Monaten. Sechs Monate davon sollte er im Gefängnis absitzen.

Mit Berufung abgeblitzt

Der Angeklagte ging in die Berufung und verlangte kürzlich vor Obergericht nicht nur Teilfreisprüche, sondern auch eine erheblich mildere Bewährungsstrafe. Allerdings vergebens, wie sich herausstellte. So sah das Obergericht keinen Anlass, am erstinstanzlichen Urteil Abstriche vorzunehmen. Es bestätigte den Entscheid umfassend. Damit auch die teilbedingte Freiheitsstrafe von 14 Monaten. Damit soll der gescheiterte Reiseunternehmer für sechs Monate hinter Gitter. Zudem soll er Schadenersatz leisten und die Berufungskosten von 3000 Franken übernehmen.

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