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Rahmenverträge gekündigtBetrugsfall bei Microsoft wird für Schulen teuer

Wegen einem Betrugsfall hat der Softwarehersteller Microsoft die Lizenzverträge mit Schweizer Schulen aufgekündet. Einzelne Bildungsinstitute müssen mit zünftigen Mehrkosten rechnen.

von
sza
Der wohl grösste Betrugsfall bei Microsoft Schweiz kommt einzelne Schulen – zumindest temporär –  teuer zu stehen.

Der wohl grösste Betrugsfall bei Microsoft Schweiz kommt einzelne Schulen – zumindest temporär – teuer zu stehen.

Der wohl grösste Betrugsfall bei Microsoft Schweiz kommt einzelne Schulen – zumindest temporär – teuer zu stehen. Das schreibt die «Handelszeitung» in ihrer aktuellen Ausgabe. Grund: Weil ein ehemaliger Verkaufsleiter des Softwareherstellers sich jahrelang bereichert hat, wurde der Rahmenvertrage für Softwarelizenzen mit Schweizer Schulen aufgekündet.

Laut einem Bericht der «NZZ» soll dem ehemaligen Microsoft-Manager dabei der Geschäftsführer des Unternehmens Diraction geholfen haben. Das Unternehmen, das seine Geschäftstätigkeit mittlerweile eingestellt hat, hatte in grossen Mengen Microsoft-Produkte vertrieben.

Diraction hatte aufgrund grosser Volumina unter dem Rahmenvertrag mit der nationalen Anlaufstelle für Fragen rund um Informations- und Kommunikationstechnologien ICT in der Bildung (Educa.ch) grosse Rabatte erhalten und konnte so seine marktbeherrschende Stellung in der Schweiz ausbauen.

Mehrere Tausend Schulen betroffen

Die Genossenschaft Educa handelt im Auftrag der öffentlichen Schulen die Konditionen für Softwarepakete wie Windows oder MS Office aus. Wegen dem Betrugsfall können die Volksschulen seit Frühjahr über Educa keine vergünstigten Miet- oder Kauflizenzen mehr beziehen. Die Folge: Manche Bildungseinrichtungen müssen mit Mehrkosten von bis 20 Prozent rechnen. Betroffen sind laut «Handelszeitung» mehrere Tausend Schulen in der Schweiz.

In einer am Mittwoch publizierten Stellungnahme betonte Microsoft-Sprecherin Barbara Josef noch, dass Schweizer Schulen auch künftig von Vorzugskonditionen profitieren werden. Das ist, wie die «Handelszeitung» nun publik macht, aber nur die halbe Wahrheit.

Rahmenvertrag kurz vor dem Abschluss

Zwar bestreitet Josef im Gespräch mit 20 Minuten die Vorwürfe, wonach Microsoft Schweiz den Bildungsrabatt streiche, gibt aber zu: «In der Übergangsphase vor Abschluss des neuen Rahmenvertrages kann es für Schulen, die neu lizenzieren, zu einem geringfügigen höheren Preis kommen, da zwar der Bildungsrabatt, nicht aber der Volumenrabatt zur Anwendung kommt.»

Josef geht davon aus, dass nur wenige Schulen betroffen sind. Nach Informationen der «Handelszeitung» geht es aber um 2500 bis 3000 Software-Lizenzverträge, die Microsoft Schweiz einen zweistelligen Millionenumsatz pro Jahr bescherten. Josef gibt sich indes zuversichtlich, dass der Rahmenvertrag mit Educa demnächst abgeschlossen wird.

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