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Falsche ZeugenaussageBetrunken zwei Meter weit gefahren – hohe Busse

Ein Basler beteuert vor Gericht, dass sein Freund keinesfalls betrunken Auto gefahren sei. Das Gericht schenkt den beiden jedoch keinen Glauben. Das kommt sie teuer zu stehen.

von
vro
Die beiden Schweizer setzten sich im Dezember 2013 betrunken ins Auto. Die Polizei sah dann, wie sich das Auto ein paar Meter bewegte. (Symbolbild)

Die beiden Schweizer setzten sich im Dezember 2013 betrunken ins Auto. Die Polizei sah dann, wie sich das Auto ein paar Meter bewegte. (Symbolbild)

Eine Polizeikontrolle im Dezember 2013 im deutschen Lenzkirch endete für zwei Basler vor Gericht. Die beiden waren damals mit dem Auto des einen in den Schwarzwald gefahren, um sich zu erholen. Der andere, ein heute 33-jähriger Gastronom, hatte einen Tag zuvor einen Nervenzusammenbruch gehabt, wie er nun laut der «Badischen Zeitung» vor Gericht erklärte. Sein Freund stand bereits vor einem Jahr vor Gericht und wurde wegen fahrlässiger Trunkenheit im Verkehr verurteilt.

Wie es dazu kam? Die beiden gönnten sich am Abend ihres Ausflugs ein paar Biere. Der damals angeschlagene Gastronom nahm aufgrund seines Nervenzusammenbruchs zudem Beruhigungstabletten. Später seien sie zum Auto gegangen, weil sie Geld und Hotelschlüssel hätten holen wollen, wie der 33-Jährige nun nochmals vor Gericht erzählte. Da sie keine Jacke getragen hätten und es draussen minus sechs Grad war, hätten sie sich ins Auto gesetzt.

Blaufahrt betrug rund zwei Meter

So weit, so gut. Damit macht sich noch niemand schuldig. Allerdings beginnen sich ab hier die Aussagen der Beteiligten zu unterscheiden. Die beiden Basler sagten jeweils stimmig aus, dass sie keine Trunkenfahrt gemacht hätten. Obwohl der Fahrzeughalter am fraglichen Abend 1,63 Promille intus hatte, habe er keine Erinnerungslücken, sagte er 2014 bei seinem Prozess vor dem Amtsgericht in Titisee-Neustadt. «Also ich bin nicht gefahren», so seine Aussage.

Die Streifenpolizisten, die sich währenddessen 200 bis 300 Meter entfernt aufgehalten hatten, sehen das jedoch anders. Das Auto wurde «zweifelsfrei nach hinten bewegt», sagte einer von ihnen vor Gericht aus. Die zurückgelegte Strecke habe rund einen halben bis zwei Meter betragen – eine kurze Fahrt.

Saftige Busse

Sein Partner bestätigt die Aussage. Das Fahrzeug sei kurz zurückgefahren und dann etwas schräg wieder eingeparkt worden. Als die beiden Schweizer wieder aus dem Fahrzeug stiegen, wurden sie schliesslich von den Beamten kontrolliert.

Das überzeugte den Richter. Er verurteilte den Basler wegen uneidlicher Falschaussage in Tateinheit mit versuchter Strafvereitelung zu einer Strafe von 150 Tagessätzen à 70 Euro. Zudem muss er eine Busse von 10'500 Euro bezahlen. Da kam der bereits verurteilte Lenker noch glimpflich davon: Der damals 31-jährige Basler wurde zu einer Strafe von 15 Tagessätzen à 50 Euro und einem einmonatigen deutschlandweiten Fahrverbot verurteilt.

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