Aktualisiert 25.05.2010 13:28

Alkoholkonsum

Betrunkene Schwimmer leben gefährlich

Der tragische Tod von Roman M. ist kein Einzelfall: Die Badeunfälle von Alkoholisierten häufen sich. Die Opfer haben meist zwei Sachen gemeinsam: Sie sind jung und männlich.

von
amc
Fatale Kombination: Wer getrunken hat, sollte das Wasser meiden.

Fatale Kombination: Wer getrunken hat, sollte das Wasser meiden.

Die erste Baderegel kennt Jung und Alt: Mit vollem und leerem Magen geht man nicht schwimmen. Doch tatsächlich gibt es einen weiteren Punkt, der fatale Folgen haben kann: Alkohol. Das zeigt auch der jüngste dramatische Fall eines Ertrunkenen. Kurz nach 20.30 Uhr fischten Taucher am Montag den leblosen Körper von Roman M. aus dem Pfäffikersee. Der 22-Jährige hatte mit Freunden am See gefeiert und getrunken. In der Folge klauten sie ein Boot und ruderten auf den See hinaus. Im Rausch des Alkohols unterschätzten die jungen Männer offenbar das Risiko und kenterten. Für Roman M. nahm der vermeintliche Partyspass ein tödliches Ende.

«Wir verzeichnen vermehrt Badeunfälle im Zusammenhang mit Alkohol», sagt Prisca Wolfensberger, Mediensprecherin der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft. Statistische Werte gibt es nicht, weil die Opfer in der Regel nicht obduziert werden. «Die Zahl hat aber nach unseren Beobachtungen klar zu genommen», so Wolfensberger weiter. Entsprechend hat die SLRG im September 2009 auch die erste Baderegel ergänzt. Nun sollte das Schwimmen und Baden nicht nur mit vollem oder leerem Magen gemieden werden, sondern auch mit Alkohol oder Drogen im Blut (siehe Infokasten). Wer sich dennoch ins Wasser wagt, riskiert sein Leben, sagt Wolfensberger: Der Alkohol raube einem die Kraft, die Reaktionszeit verlangsame sich und die Leute würden sich übernehmen, weil sie die Gefahren nicht richtig einschätzen.

Badeopfer: Jung, männlich und betrunken

«Wer alkoholisiert auch nur ein kleines Problem hat, für den ist es unter Umständen schon vorbei», sagt auch Daniel Menna, Mediensprecher der Beratungsstelle für Unfallverhütung bfu. Wie vielen Personen die fatale Kombination von Alkohol und Wasser das Leben kostet, kann auch das Bfu nicht beziffern. Die Beobachtung des SLRG ist gemäss Menna aber nicht abwegig: Rund 80 Prozent von allen Badeunfallopfern in den vergangenen Jahren sind junge Männer zwischen 16 und 24 Jahren, zudem gebe es eine Studie aus Amerika, welche belege, dass 50 Prozent aller tödlichen Badeunfälle in den USA auf Alkohol und Drogen zurückzuführen sind. Für das Bfu und die SLRG gibt es deshalb nur eine Schlussfolgerung: Wer trinkt, der schwimmt nicht.

Die sechs Baderegeln

Nie alkoholisiert oder unter Drogen ins Wasser!

Nie mit vollem oder ganz leerem Magen schwimmen.

Kleine Kinder nie unbeaufsichtigt am Wasser

lassen! – Sie kennen keine Gefahren.

Nie überhitzt ins Wasser springen! – Der

Körper braucht Anpassungszeit.

Nicht in trübe oder unbekannte Gewässer

springen! – Unbekanntes kann Gefahren

bergen.

Luftmatratzen und Schwimmhilfen gehören

nicht ins tiefe Wasser! – Sie bieten keine

Sicherheit.

Lange Strecken nie alleine schwimmen!

– Auch der besttrainierte Körper kann eine

Schwäche erleiden.

Bereits acht Personen ertrunken

Gemäss der «Ertrinkungsstatistik» der SLRG sind im laufenden Jahr bereits acht Personen ertrunken: sechs Männer und zwei Kinder. Seit 2005 sind in der Schweiz im Schnitt rund 40 Personen ertrunken.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.