«Süffel-Böötler»: Betrunkene spielen auf der Aare mit dem Leben
Aktualisiert

«Süffel-Böötler»Betrunkene spielen auf der Aare mit dem Leben

Total betrunken Gummiboot fahren:
Was für manche ein spassiges Sommerhobby ist, stösst den Lebensrettern sauer auf.

von
Nina Jecker

Mit dem Zug nach Thun fahren und dann im Gummiboot zurück nach Bern treiben: Auf diesem bei Bernern sehr beliebten Ausflug haben viele nur ein Ziel. «Wir wollen total blau in Bern ankommen», sagt D.S.*, der fast jedes Wochenende «böötlen» geht.

Die meisten decken sich für den Trip bereits am Bahnhof Bern mit Alkohol ein, andere erst in Thun. «An Sommernachmittagen stehen hier die Leute Schlange, um Bier zu kaufen», so eine Mitarbeiterin des Thuner Aperto-Shops.

Neil Parmenter vom Boots- und Tubeverleih Aaretubing kennt das Phänomen: «Viele kommen bereits mit mehreren Kisten Bier bei uns an.» Bei Parmenter haben die «Süffel-Böötler» aber keine Chance. «Das Bier bleibt an Land. Wir fahren es für die Kunden ins Eichholz am Streckenende.» Die Mieter müssen schriftlich versichern, dass sie während der Fahrt nüchtern bleiben.

Applaus gibt es dafür von Thomas Rohrbach von der Berner Sanitätspolizei: «Alkohol hat beim Baden nichts zu suchen», sagt er. Prisca Wolfensberger von der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft rät ebenfalls dringend von feuchtfröhlichen Fahrten ab: «Das kann lebensgefährliche Folgen haben.»

*Name der Redaktion bekannt

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