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BaselBetrunkene werden zur Kasse gebeten

Macht der Rausch einen Polizeieinsatz erforderlich, wird es für Schluckspechte richtig teuer: Sie sollen künftig dafür die Kosten tragen.

von
Anna Luethi
Polizei an der Mäss: Wenn sie kommen muss, wirds richtig teuer. Foto: lo

Polizei an der Mäss: Wenn sie kommen muss, wirds richtig teuer. Foto: lo

Neben Kopf und Leber kann auch das Portemonnaie künftig bei einem Rausch leiden: Betrunkene, deren Rauschzustand einen Polizeieinsatz erfordert, werden bald nach dem Verursacherprinzip zur Kasse gebeten. Dies beschloss die Regierung gestern. Die Rechtsgrundlage dazu wurde mit einer Teilrevision der Polizeiverordnung geschaffen. «Für solche Einsätze erheben wir künftig eine Grundgebühr von 130 Franken pro Einsatzkraft und Stunde», so Polizeikommandant Gerhard Lips. Zudem wurden Pauschalbeiträge verankert: Eine Nacht in der Ausnüchterungszelle kostet 585 Franken, mit vorheriger medizinischer Abklärung 780 Franken. «Wir haben 500 bis 600 Fälle pro Jahr», sagt Lips.

Als Ausnüchterungszellen dienen in Basel ein Dutzend Plätze auf zwei Polizeiwachen. Einen Anzug von SVP-Grossrat Lorenz Nägelin, der «echte» Zellen wünschte, wurde abgelehnt: Diese seien polizeilich und medizinisch nicht notwendig, so die Regierung. Nägelin ist dennoch zufrieden: «Es ist richtig, dass die Leute belangt werden. Und dass es so teuer ist, wird manchen ein Lehrgeld sein.» Er betont, dass die Regelung auch konsequent umgesetzt werden muss: «Es dürfen keine Augen zugedrückt werden», sagt er.

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