Moderna-Mitarbeiter im Wallis - Betrunkener Mann zwingt Schnellzug zum Halt und steigt ein
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Moderna-Mitarbeiter im WallisBetrunkener Mann zwingt Schnellzug zum Halt und steigt ein

Diese Arbeitsfeier geriet ausser Kontrolle: Ein Mitarbeiter von Covid-Impfstoffhersteller Moderna wollte nach einer feuchtfröhlichen Feier den Zug nehmen. Während der Lokführer bereits nach einer Leiche suchen liess, nahm der US-Amerikaner in der zweiten Klasse Platz.

von
Christian Holzer
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Schreckmoment für einen Lokführer der SBB.

Schreckmoment für einen Lokführer der SBB.

20min/Marco Zangger
Ein betrunkener Moderna-Mitarbeiter lief nachts auf den Geleisen – der Lokführer glaubte ihn erfasst und getötet zu haben.

Ein betrunkener Moderna-Mitarbeiter lief nachts auf den Geleisen – der Lokführer glaubte ihn erfasst und getötet zu haben.

Sonja Mulitze
Eine Notbremsung musste eingeleitet werden. SBB-Mitarbeitende suchten um den Zug nach dem Totgeglaubten.

Eine Notbremsung musste eingeleitet werden. SBB-Mitarbeitende suchten um den Zug nach dem Totgeglaubten.

20min/Simon Glauser

Darum gehts

  • Ein Betrunkener Moderna-Mitarbeiter zwang einen SBB-Schnellzug zur Notbremsung.

  • Der Mittdreissiger war zu Fuss auf den Geleisen unterwegs, der Lokführer glaubte ihn erfasst zu haben.

  • Während nach dem Totgeglaubten gesucht wurde, schlich sich dieser in den Zug.

  • Zunächst blieb er unerkannt, jedoch nicht für lange.

In den Lonza-Werken in Visp lässt das Biotech-Unternehmen Moderna seit geraumer Zeit ihren Covid-Impfstoff herstellen. Mitarbeiter waren bereits vor Monaten in der Region aktiv. Nun sorgt einer dieser Mitarbeiter für Schlagzeilen. Wie der «Walliser Bote» (Bezahlartikel) berichtet, traf sich ein Mittdreissiger mit Arbeitskollegen zum Feiern in einem Restaurant in Turtmann VS. Als sich der US-Amerikaner gegen Mitternacht zu Fuss auf dem Heimweg machte, suchte er vergeblich nach dem Bahnhof, fand jedoch die Geleise und folgte diesen in Richtung Visp.

Schliesslich brauste ein Schnellzug mit 120 km/h über die Geleise. Gemäss der Lokalzeitung erkannte der Lokführer, dass eine männliche Person die Geleise unmittelbar vor dem Zug überquert hatte, und befürchtete, diese erfasst zu haben. Eine Notbremsung wurde eingeleitet und die Bahnleitzentrale informiert.

Totgeglaubter sitzt in der zweiten Klasse

45 Minuten ging auf dem betroffenen Gleisabschnitt nichts mehr. Mitarbeiter der SBB suchten um und hinter dem Zug vergebens nach dem erfassten Mann. Schliesslich bemerkte der Lokführer, dass ein Türöffner von aussen betätigt worden war und eine Person in den Zug gestiegen sein musste. Wie sich schliesslich herausstellte, handelte es sich dabei um den totgeglaubten Gleisüberquerer. Der Mann hatte unverletzt in der zweiten Klasse Platz genommen.

Der Vorfall ereignete sich im Dezember 2020, wurde jedoch durch den Strafbefehl, der dem «Walliser Boten» vorliegt, publik. Der Moderna-Mann wurde vom Schaden- und Strafrechtszentrum der SBB angezeigt und von der Staatsanwaltschaft Oberwallis wegen «fahrlässiger Störung des Eisenbahnverkehrs» für schuldig befunden. Er erhielt eine bedingte Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je 140 Franken. Zusätzlich muss er eine Busse von 1050 Franken sowie 600 Franken Verfahrenskosten bezahlen.

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