Berner Fremdenpolizei warnt: Bettelbanden suchen mit Krücken die grossen Almosen
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Berner Fremdenpolizei warntBettelbanden suchen mit Krücken die grossen Almosen

In den letzten Tagen wurden in Schweizer Städten vermehrt bettelnde Menschen mit körperlichen Gebrechen angetroffen. Laut der Berner Fremdenpolizei sind die Behinderungen simuliert. Es handle sich um eine Bande aus dem Ausland.

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Menschen mit Krücken versuchen laut der Fremdenpolizei Bern derzeit, in verschiedenen Städten bandenmässig Geld zu erbetteln.

Menschen mit Krücken versuchen laut der Fremdenpolizei Bern derzeit, in verschiedenen Städten bandenmässig Geld zu erbetteln.

Symbolbild/Getty Images
Es soll sich um Menschen aus dem Ausland halten, welche die unterste Schicht eines Netzwerkes darstellen würden.

Es soll sich um Menschen aus dem Ausland halten, welche die unterste Schicht eines Netzwerkes darstellen würden.

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Weil ein Bruchteil der Einnahmen an die Bettler geht, würden sie sich gegenüber der Polizei jedoch nicht als Ausgebeutete bezeichnen.

Weil ein Bruchteil der Einnahmen an die Bettler geht, würden sie sich gegenüber der Polizei jedoch nicht als Ausgebeutete bezeichnen.

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Darum gehts

  • In verschiedenen Schweizer Städten wurden bettelnde Menschen mit Krücken gesichtet.

  • Die Fremdenpolizei Bern hat einige davon «angehalten».

  • Die körperlichen Behinderungen sollen nur vorgetäuscht sein.

  • Laut den Behörden handelt es sich um eine Bande.

Im Dezember wurden in der Stadt Bern besonders viele Menschen beobachtet, die um Almosen baten. Wie die «Berner Zeitung» berichtet, soll es sich dabei vor allem um junge Männer mit körperlichen Einschränkungen gehandelt haben. Die Fremdenpolizei hat elf dieser Männer «angehalten», wie sie mitteilt: «Alle kontrollierten Männer konnten normal gehen. Keiner hat eine körperliche Beeinträchtigung oder Behinderung», sagt Alexander Ott von der Fremdenpolizei Stadt Bern. Die Betroffenen hätten Krücken mitgeführt, um Mitleid zu erwecken. Bis zu 600 Franken pro Tag sollen die Männer auf diese Weise pro Tag verdienen: «Zum Teil verdienen die Bettler in wenigen Stunden bis zu mehreren Hundert Franken», so Ott.

Alles auf Befehl des Chefs

Laut Ott handle es sich um Banden, die auch schon in Basel oder Luzern gewesen seien. Die Männer würden aus Rumänien, Bulgarien oder Slowenien stammen und seien illegal in der Schweiz. Bei den Angehaltenen soll es sich um Familien handeln. Sie werden an gut frequentierten Orten platziert und müssen dort auf Befehl ihres Chefs Mitmenschen aktiv um Geld anbetteln.

Ott: «Wir wissen, dass das Geld bei Bettelnden auf der Strasse eingesammelt wird.» Die Gruppen würden professionell vorgehen: Das Kleingeld soll in Münzpapier eingewickelt, in Noten umgetauscht und schliesslich nach Hause überwiesen werden. «Es handelt sich hier um ein Geschäftsmodell, bei dem sich Hintermänner bereichern und Luxusvillen und -karossen finanzieren.» Weil ein Bruchteil der Einnahmen an die Bettler geht, würden sie sich gegenüber der Polizei jedoch nicht als Ausgebeutete bezeichnen.

Basel führt Bettelverbot wieder ein

In Basel wurde derweil entschieden, ein kürzlich abgeschafftes Bettelverbot wieder einzuführen. Grund seien die vielen Randständigen, die dort derzeit auf der Strasse um Geld bitten würden. Dabei soll es sich vor allem um Personen aus Rumänien handeln.

(rc)

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