Aktualisiert 26.01.2019 19:24

100'000 Franken«Bettina ist überwältigt von Matters Spende»

Die muskelkranke Bettina kann bald ihre Behandlung beginnen. Über die Grossspende von SVP-Nationalrat Thomas Matter freut sie sich besonders.

von
P. Michel

Mit diesem Video sammelt Bettina auf Gofundme.com Spenden.

Da die Krankenkasse und die Invalidenversicherung sich weigerten, die Kosten für eine neue Therapie gegen spinale Muskelatrophie (SMA) zu übernehmen, startete Bettina (31) ein Crowdfunding.

Mit Erfolg: Seit dem 10. Januar konnte sie bereits über 526'000 Franken für die Behandlung der seltenen Krankheit sammeln und plant nun bereits ihre Therapie, die rund 600'000 Franken kostet. Möglich gemacht hat dies auch SVP-Nationalrat und Millionär Thomas Matter, der 100'00 Franken gespendet hat.

Ivana Leiseder, die für Bettina das Crowdfunding gestartet hatte, ist hocherfreut über die grosszügige Spende. «Das Geld reicht für eine ganze Dosis von Bettinas Behandlung.» Sie habe Bettina über die Spende von Thomas Matter informiert. «Bettina ist überwältigt von dieser Geste.»

Ansonsten will SVP Leistungskatalog beschränken

Erstaunlich ist, dass die Grossspende ausgerechnet von einem SVP-Nationalrat kommt. Die Partei kritisiert in ihrem Programm die «ausufernde Abdeckung jedes Krankheitsrisikos», was zu einer «Vollkaskomentalität» führe, und fordert daher eine Beschränkung des Grundleistungskatalogs «auf die wesentlichen gesundheitlichen Bedürfnisse». Matters Parteikollege Thomas Aeschi erklärte zur Zulassung eines anderen SMA-Medikaments gegenüber 20 Minuten: «Der Einsatz neuer Medikamente muss genau abgewogen und nur in speziellen Fällen zugelassen werden. Sonst drohen die Kosten zu explodieren.»

Bei Bettina übernimmt die Krankenkasse die Kosten des neuen Medikaments nicht, weil es keine gesetzliche Grundlage gibt. Der Bund hat es bisher – wohl auch wegen des hohen Preises von 90'000 Franken pro Dosis – nicht in die Grundversicherung aufgenommen. Und die IV übernimmt die Kosten nur für SMA-Patienten unter 20 Jahren.

«Machen Hilfsbereitschaft nicht an Parteizugehörigkeit fest»

Dass die Grossspende von einem SVP-Nationalrat kommt, ist für Leiseder aber kein Problem. «Es geht um Bettinas Leben», betont sie. «Wir machen Hilfsbereitschaft nicht an einer Parteizugehörigkeit fest.» Matter habe sie bereits einen Tag nach dem ersten Spendenaufruf kontaktiert und die Summe zugesagt, so Leiseder.

Aufgeschaltet habe sie die Spende dann letzten Freitag. «Wir sind extrem dankbar, dass wir nun das Crowdfunding nach so kurzer Zeit bald abschliessen können. Ursprünglich hatten wir mit einem Zeithorizont von drei Monaten gerechnet.»

SVP-Nationalrat Thomas Matter.

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