St. Margrethen SG: Bettler-Gruppen ziehen durch Quartiere
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St. Margrethen SGBettler-Gruppen ziehen durch Quartiere

Im Rheintal sind vermehrt Bettler aus Rumänien untwerwegs. Bewohner sind verunsichert. Die Behörden geben Verhaltenstipps.

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fej
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Der Beitrag der besorgten Frau in einer Facebook-Gruppe.

Der Beitrag der besorgten Frau in einer Facebook-Gruppe.

facebook/screenshot
Auch im benachbarten Au scheinen Bettler unterwegs zu sein.

Auch im benachbarten Au scheinen Bettler unterwegs zu sein.

Mitteilungsblatt Gemeinde Au SG
Eine rumänische Frau bettelt um Geld.

Eine rumänische Frau bettelt um Geld.

Keystone/Salvatore Di Nolfi

«Wann hört das endlich auf? Bitte meldet alles Verdächtige sofort der Polizei», schreibt eine 39-jährige Rheintalerin in einem Facebook- Beitrag. Die Frau, die anonym bleiben möchte, berichtet, dass ein rumänischer Bettler kürzlich ihre betagte Mutter vor deren Haus fast zu Tode erschreckt habe.

«Der Mann stand so nahe an der Türe, dass ich ihn gar nicht sehen konnte», erzählt die Rentnerin gegenüber 20 Minuten. Dann habe er ihr einen Zettel vors Gesicht gehalten, den sie aber nicht habe lesen können. Das Ereignis von St. Margrethen ist kein Einzelfall: Anwohner berichten von ganzen Bettler-Gruppen, die durch die Quartiere ziehen würden.

Mitteilung von Gemeinde

Erst diese Tage informierte die Gemeinde Au die Bevölkerung in einer Mitteilung über die zunehmende Bettelei in der Region. Das Problem sei auch der Polizei bekannt, so die Gemeinde, doch kaum tauche ein Streifenwagen auf, würden die Verdächtigen sofort verschwinden.

Florian Schneider von der Kapo St.Gallen rät dennoch, Bettelvorfälle möglichst rasch der Polizei zu melden. So sei der Suchradius kleiner und die Chance grösser, den Betreffenden zu finden. Laut Schneider handelt es sich bei den erwischten Bettlern meist um Mitglieder organisierter Banden.

Keine systematischen Kontrollen

Aktuelle Zahlen gibt es keine. Es scheint jedoch, dass eine Mehrheit der Bettler nach wie vor aus dem Vorarlberg einreist und sich abends jeweils wieder dorthin zurückzieht. Seit dem 1. Juni 2016 gilt die vollständige Personenfreizügigkeit auch für Staatsangehörige Bulgariens und Rumäniens. «Systematische Grenzkontrollen finden nicht mehr statt. Wenn Personenkontrollen erfolgen, dann auf Basis von Stichproben», heisst es denn auch bei der Eidgenössischen Zollverwaltung.

In Vorarlberg spitzt sich die Lage derweil seit Monaten zu. Mehrere Roma-Clans haben sich im Ländle niedergelassen. In Dornbirn hausten sie zeitweise in Zelten und Notbehausungen. Als EU-Bürger konnten sie aber nicht einfach weggewiesen werden. Die Behörden versuchten deshalb, die Leute mit Gratis-Tickets zur Rückreise zu bewegen. Nachhaltige Besserung ist jedoch nicht eingetreten.

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