Luzern: «Bettwanzen können für Hotels das Aus bedeuten»

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Luzern«Bettwanzen können für Hotels das Aus bedeuten»

«Bettwanzen sind weltweit stark auf dem Vormarsch», sagt Rudolf Muggli, CEO der Luzerner SK-9 GmbH. Besonders Hotels hätten grosse Imageschäden zu befürchten.

von
Noah Knüsel

Im Video sieht man wie die Hunde die versteckten Bettwanzen aufspüren. (Video: na)

Rudolf Muggli ist ein alter Hase, wenn es um die Ausbildung von Hunden geht: Bereits seit 2006 bildet er Sprengstoffsuchhunde aus. Nun hat er auch erstmals Wanzenspürhunde ausgebildet. «Im Moment haben wir zwei ausgebildete, zertifizierte Hunde mit ihren Führern», sagt der 58-Jährige. Bei steigender Nachfrage will er weitere Teams ausbilden.

Zu seinen potentiellen Kunden zählt er Hotels, Airlines, den öffentlichen Verkehr bis hin zu Privatpersonen. Muggli betont: «Der Befall mit Bettwanzen hat absolut nichts mit mangelnder Hygiene zu tun.» Bettwanzen oder deren Eier würden vorwiegend als blinde Passagiere im Reisegepäck, in Möbeln oder Kleidern in Hotels oder Wohnungen gelangen. Mit der hohen Mobilität der heutigen Gesellschaft sei das Problem natürlich verschärft worden.

«Ein Hund kann schon minimalsten Befall feststellen»

Die Ausbildung zum Bettwanzenspürhund geschieht immer im Team von Hund und Führer. «Zunächst wird ein Eignungstest gemacht», erklärt Muggli. Obwohl grundsätzlich jeder Hund die Ausbildung machen könne, seien gewisse Arten eher geeignet: Dazu zählen zum Beispiel Schäfer- und Jagdhunde mit ihrem ausgeprägten Geruchssinn und ihrem Charakter. Muggli: «Wichtig ist aber vor allem, dass man die Freude am Suchen in den Vordergrund stellt – beim Hund und beim Führer.» Ein Jahr dauert die Ausbildung und ist vergleichbar mit der eines Sprengstoffhundes, so Muggli: «Dort kommen dann aber noch mehr taktische Elemente des Hundeführers hinzu.»

Der Wanzensuchhund sei vor allem bei der Prävention und Früherkennung Gold wert, so der Ausbildner: «Ein Hund kann – wenn er richtig geführt wird – bereits minimalsten Befall feststellen.» Auf einem 50 mal 500 Meter-Strand, 50 Zentimeter hoch mit Sand gefüllt, könne ein Hund bereits zwei kontaminierte Körner finden. Die Hunde seien so ausgebildet, dass sie den befallenen Ort mittels einem «Sitz oder Platz» anzeigen würden.

Diskretion ist sehr wichtig

Die Wanzenspürhunde sind seit Anfang 2017 offiziell im Dienst. Diskretion ist bei den Einsätzen sehr wichtig, besonders bei Geschäftskunden. «Unsere Hundeführer sind daher auch immer neutral angezogen. Wenn wir in einem Hotel arbeiten, bekommt der Gast davon nichts mit», erklärt Rudolf Muggli. Denn natürlich sei es für die Hotels schlechte Werbung, wenn sie mit Bettwanzen in Verbindung gebracht würden: «Besonders im Luxussegment kann das sogar das Aus für einen Betrieb bedeuten.» Muggli spürt aber bereits jetzt ein Bedürfnis der Hotellerie-Branche, sich dagegen zu wappnen.

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