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AbfallentsorgungBevölkerung im Mendrisiotto kann aufatmen

Die Abfalldeponie «Valle della Motta» im Südtessin wird ab Mittwoch geräumt. Damit kann die Bevölkerung in den Gemeinden Mendrisio, Coldrerio, Novazzano und Genestrerio aufatmen. Dort hat es in den vergangenen Wochen zum Himmel gestunken.

Die Verantwortlichen des Amtes für Abfall (ACR) entschuldigten sich am Dienstag bei der Bevölkerung für den Gestank. Die Plastikballen, in die der Abfall verschweisst wurde, hätten anderswo zu keinen Klagen Anlass gegeben, sagte ACR-Direktor Claudio Broggini vor den Medien.

Weshalb die so genannten «Ecoballe», die Ökokugeln, im Mendrisiotto derart stinken würden, sei auch ihm ein Rätsel. Die ACR hatte in den vergangenen Tagen vergeblich versucht, die Ausdünstung mittels Besprühen der Abfälle einzudämmen.

SP-Grossrat Bill Arigoni bezeichnete die Situation in einer parlamentarischen Anfrage als Skandal. Ein Anwohner wiederum reichte gegen die Verantwortlichen der ACR Strafanzeige wegen des Verdachts auf Gefährdung der Gesundheit der Bevölkerung ein.

Zeitdruck wegen Rad-WM

Die rund 5000 Müllkugeln werden nun in die neu erstellte Tessiner Kehrichtverbrennungsanlage in Giubiasco bei Bellinzona sowie in die Deutschschweiz transportiert und dort entsorgt. Bis am 11. September soll die Deponie im Mendrisiotto geräumt sein.

Die Behörden stehen dabei unter Zeitdruck. Denn vom 23. bis 27. September 2009 findet in Mendrisio die Rad-WM statt. Der Rundkurs führt an der Deponie vorbei. Die Organisatoren rechnen für den Anlass mit Hunderten von Medienschaffenden sowie mit 250 000 Zuschauern entlang der Strecke. (sda)

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