Bühler AR - Bevölkerung läuft Sturm gegen Abriss von Bahnhofsgebäude
Publiziert

Bühler ARBevölkerung läuft Sturm gegen Abriss von Bahnhofsgebäude

In Bühler soll das in die Jahre gekommene Bahnhofsgebäude ersetzt werden. Die Pläne kommen in der Bevölkerung jedoch nicht gut an. Der Gemeindepräsident zeigt Verständnis.

von
Michel Eggimann
1 / 5
Geht es nach den Plänen der Appenzeller Bahnen wird dieses Gebäude abgerissen.

Geht es nach den Plänen der Appenzeller Bahnen wird dieses Gebäude abgerissen.

Wikipedia/Dietrich Michael Weidmann
Das Gebäude von 1890 soll ersetzt werden.

Das Gebäude von 1890 soll ersetzt werden.

buehler.ar.ch (RF)
Die Bevölkerung der Ausserrhoder Gemeinde kritisiert die Pläne.

Die Bevölkerung der Ausserrhoder Gemeinde kritisiert die Pläne.

Wikipedia/Dietrich Michael Weidmann

Darum gehts

  • Das Bahnhofsgebäude in Bühler soll verschwinden.

  • Geplant ist ein neues Gebäude auf der anderen Seite mit Wohnungen.

  • In der Bevölkerung kommen die Ideen nicht gut an.

  • Der Gemeindepräsident will die Reaktionen ernst nehmen.

  • Definitiv entschieden ist noch nichts.

In der Ausserrhoder Gemeinde Bühler herrscht derzeit etwas dicke Luft. An einer öffentlichen Versammlung präsentierten die Appenzeller Bahnen am Freitagabend die Pläne für die Bahnhofsgestaltung. Es ist vorgesehen, das alte Bahnhofsgebäude abzureissen. Dieses stammt aus dem Jahr 1890. Nötig werde der Umbau, da der Bahnhof «das Ende seiner Lebensdauer erreicht habe», zitiert die «Appenzeller Zeitung» Roland Steingruber, Leiter Infrastruktur bei den Appenzeller Bahnen. Zudem entspreche die gesamte Anlage nicht mehr den Anforderungen des Behindertengleichstellungsgesetzes.

Weiter meint Steingruber: «Perfekte Lösungen gibt es nicht. Aber die jetzt vorgestellte Variante erscheint uns optimal.» Geplant ist neben dem Abriss des Gebäudes eine Begradigung der Strecke auf Höhe des Bahnhofs und eine neue Perronanlage mit zwei Aussenperrons. An der Stelle des aktuellen Bahnhofgebäudes soll ein Wartebereich realisiert werden. Und auf der Südseite sollen auf dem neu gewonnenen Platz zwei Mehrfamilienhäuser gebaut werden mit öffentlicher WC-Anlage, einem Kiosk und einem Bancomat im Erdgeschoss. Das wäre der Ersatz für das heutige Bahnhofsgebäude. Weiter ist eine Tiefgarage in den Untergeschossen vorgesehen.

Bevölkerung wittert «Flop»-Projekt

Bereits an der Versammlung äusserten sich mehrere Personen kritisch zu den Plänen der Neugestaltung. Es habe geheissen, dass ein Bahnhofsgebäude identitätsstiftend für ein Dorf sei und in Bühler das Leben auf der Nord- und nicht auf der Südseite, wo das neue Gebäude hinkommen soll, stattfinde. 20 Minuten hat sich am Montag im Dorf umgehört. Der Tenor ist der gleiche. Ein Bürger sagt: «Das Projekt ist sowieso ein Flop, auch wenn es nicht so schnell kommt.» Der Baustart wäre laut den Appenzeller Bahnen derzeit 2024 geplant. Zum Gebäude am neuen Standort meint der Bühler: «Wer geht denn bitte über zwei Bahnsteige zum Kiosk?»

Eine Bürgerin des Appenzeller Dorfes stört sich an den Veränderungen im Allgemeinen. «Es ist heute übertrieben, was man alles neu machen will. Der Bahnhof ist das neuste Beispiel», so die Frau. Auch ein Anwohner beim Bahnhof kritisiert die Pläne. Er meint: «Ich finde sie nicht gut. Wenn die neuen Gebäude kommen, verliere ich zudem meine schöne Aussicht.»

Gemeinde schaut hin

Jürg Engler, der Gemeindepräsident von Bühler, versteht die Bedenken von der Bevölkerung. Er sagt: «Wir nehmen die Stimmen und die Reaktionen ernst.» Im derzeitigen Projekt sei vorgesehen, dass das Bahnhofsgebäude abgerissen wird. Das stimme so. «Wir sind uns über die verschiedenen Themen rund um das Gebäude bewusst. Es geht darum, was im Gebäude stattfindet und dass die Identifikation mit dem Gebäude gross ist», erklärt der Bühler Gemeindepräsident.

Zugleich stellt Engler auch klar, dass es sich erst um ein Vorprojekt handle. Es sei noch nicht abschliessend entschieden, so Engler. In den Entscheid sei nicht nur die Gemeinde involviert, sondern auch die Appenzeller Bahnen als Grundstückbesitzer, sowie der Gebäudebesitzer und der Kanton. Abschliessend sagt Engler: «Wir schauen hin. Jetzt geht es auch darum, noch genauer hinzuschauen. Wir haben die Reaktionen gehört.»

My 20 Minuten

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

Ostschweiz-Push

Abonnieren Sie den Push des Ostschweiz-Kanals. So verpassen Sie nichts aus dieser Region: Seien es kuriose Nachrichten, tragische Schicksale oder herzerwärmende Good News.

Und so gehts: Installieren Sie die neuste Version der 20-Minuten-App. Tippen Sie rechts oben auf das Menüsymbol, dann auf das Zahnrad. Wenn Sie dann nach oben wischen, können Sie unter Regionen den Push für den Ostschweiz-Kanal aktivieren.

Deine Meinung

18 Kommentare