18.03.2020 17:10

Kanton ThurgauBevölkerung stürmt Entsorgungsbetriebe

Viele Schweizer nutzen derzeit die freie Zeit für Entsorgungen. Die Betriebe sehen sich deshalb zu Massnahmen gezwungen. Sie können sonst die Pandemievorschriften nicht einhalten.

von
mig
1 / 8
Die Entsorgungszentren können die Pandemievorschriften des Bundes nicht einhalten. Viele Besucher nutzen die freie Zeit für Entsorgungen.

Die Entsorgungszentren können die Pandemievorschriften des Bundes nicht einhalten. Viele Besucher nutzen die freie Zeit für Entsorgungen.

Muldenzentrale OTG
Die Betriebe sehen sich zu Massnahmen gezwungen.

Die Betriebe sehen sich zu Massnahmen gezwungen.

KVATG
Iris Kaderli vom Verband KVA Thurgau sagt: «Wir laufen alle am Limit. Die Leute haben wohl zu viel Freizeit und nutzen diese nun um zu Hause auszumisten.»

Iris Kaderli vom Verband KVA Thurgau sagt: «Wir laufen alle am Limit. Die Leute haben wohl zu viel Freizeit und nutzen diese nun um zu Hause auszumisten.»

KVATG

Seit der Bundesrat die ausserordentliche Lage erklärt hat, sind die Besucherzahlen in den Thurgauer Entsorgungszentren auf Rekordwerte angestiegen. Betroffen vom Ansturm sind laut dem Verband KVA Thurgau die Huber Industrieabfälle GmbH, die Muldenzentrale Oberthurgau sowie die Regionalen Aufnahmezentren (RAZ). Iris Kaderli vom Verband sagt: «Wir laufen alle am Limit. Die Leute haben wohl zu viel Freizeit und nutzen diese nun um zu Hause auszumisten.»

Da die vom Bund verordnete Mindestdistanz von zwei Metern bei den Entsorgungszentren nicht eingehalten wird, appelliert Kaderli an die Bevölkerung im Kanton Thurgau. Sie sagt: «Die Leute sollen die Sachen im Keller lassen und erst entsorgen, wenn sich die Lage entspannt hat.» Zudem soll die Bevölkerung für kleinere Entsorgungen von Pet, Alu oder Glas die öffentlichen Sammelstellen oder Unterflurcontainer nutzen. So will der Verband auch die Angestellten bei den Entsorgungszentren schützen.

Schliessungen vorerst kein Thema

«Kein Betrieb soll sich zur Schliessung gezwungen sehen, da der Ansturm nicht mehr bewältigt werden kann», so Kaderli. Besonders gefährdet seien die privaten Entsorgungsbetriebe. Bei den kantonalen könne mehr Personal aufgeboten werden, bei privaten sei dies finanziell schwieriger. Zudem werden bei den RAZ die Eingänge abgeriegelt, so dass die Anzahl Autos in Entsorgungszentren beschränkt ist.

Eine Schliessung kommt laut Kaderli nur infrage, wenn aufgrund von Erkrankungen nicht mehr genügend Mitarbeiter zur Arbeit antreten können. Zudem hofft sie auch auf Rücksicht der Bevölkerung. Sie sagt: «Derzeit laufen die Besucher kreuz und quer durch die Entsorgungsbetriebe. Wir hoffen, die Thurgauer Bevölkerung hält sich in Zukunft an die Vorgaben des Bundes.»

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.