Bewährungsstrafe für «Rote Zora»-Aktivistin
Aktualisiert

Bewährungsstrafe für «Rote Zora»-Aktivistin

Rund 20 Jahre nach zwei Sprengstoffanschlägen der Terrorgruppe «Rote Zora» ist eine der Täterinnen zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt worden.

Das Kammergericht Berlin sprach die Angeklagte Adrienne G. wegen versuchten Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion in zwei Fällen und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung schuldig. Die Bewährungszeit beträgt drei Jahre.

Das Gericht begründete, strafmildernd sei ins Gewicht gefallen, dass die Angeklagte sich freiwillig gestellt habe, die Taten rund 20 Jahre zurücklägen und nicht zu sehen sei, dass Adrienne G. abermals straffällig werden würde. Die «Rote Zora» war als Splittergruppe der «Revolutionären Zellen» bis 1995 aktiv.

G. hatte bereits zum Prozessauftakt vergangene Woche gestanden, an zwei versuchten Bombenanschlägen in Berlin und Aschaffenburg beteiligt gewesen zu sein. Generalbundesanwaltschaft und Verteidigung hatten in ihren Schlussplädoyers übereinstimmend eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren gefordert.

Die heute 58 Jahre alte Adrienne G. hatte sich am 4. Dezember 2006 freiwillig den Behörden gestellt. Sie war mindestens von Herbst 1986 bis Juni 1987 Mitglied der «Roten Zora». Ihr wird vorgeworfen, den Wecker gekauft zu haben, der am 17. Oktober 1986 am Gentechnischen Institut in Berlin als Zeitverzögerer für einen Sprengsatz verwendet wurde. Der Sprengsatz zündete jedoch nicht.

Auch bei einem versuchten Anschlag auf ein Bekleidungswerk in Aschaffenburg im Juni 1987 wurde ein Wecker verwendet, den die Angeschuldigte gekauft hatte. Dort kam es jedoch ebenfalls nicht zu einer Explosion. (dapd)

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