Bewaffnete stürmen Hanjias Büro in Ramallah
Aktualisiert

Bewaffnete stürmen Hanjias Büro in Ramallah

Etwa 20 bewaffnete Männer der militanten El-Aksa- Brigaden haben das Büro des palästinensischen Ministerpräsidenten Ismail Hanija in Ramallah gestürmt.

Eine zweite Gruppe von El-Aksa-Mitgliedern stürmte am Donnerstag das nahe gelegene palästinensische Verkehrministerium und forderte dort die Verlängerung einer Regelung, wonach Angehörige von in der Intifada getöteten Palästinensern kostenlos Taxi fahren können.

Der offizielle Sitz der palästinensischen Regierung ist in Ramallah im Westjordanland. Israel hat jedoch ein Reiseverbot gegen die Mitglieder der radikalislamischen Hamas-Regierung verhängt. Daher muss Hanija die Amtsgeschäfte von Gaza aus leiten.

Seit der Niederlage der Fatah bei der Parlamentswahl im Januar haben die von der Fatah abgespaltenen El-Aksa-Brigaden bereits mehrfach Regierungseinreichtungen besetzt, um Forderungen nach Lohnzahlungen oder sozialen Vergünstigungen Nachdruck zu verleihen.

Die USA, die EU und Kanada haben ihre direkte Finanzhilfe an die palästinensische Regierung nach dem Amtsantritt der radikalislamischen Hamas gestoppt. Die palästinensische Autonomiebehörde steht daher vor dem finanziellen Kollaps.

Wegen der Finanzknappheit konnten bereits im März die Gehälter von rund 140 000 Beamten, die 23 Prozent der palästinensischen Bevölkerung ernähren, nicht gezahlt werden.

(sda)

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