Bewegender Abschied von Corinne und Alain
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Bewegender Abschied von Corinne und Alain

Rund 600 Menschen haben heute Freitag in Val d'Illiez VS an der Trauerfeier von Corinne und Alain Rey-Bellet teilgenommen. Unter den Trauergästen befanden sich neben nationalen Skigrössen auch die Familie des Täters Gerold Stadler.

«Wir sollten heute nicht hier sein», sagte der Pfarrer von Val d'Illiez in der Trauermesse. «Es ist nicht normal, dass junge Leute in der Blüte ihres Lebens so von uns gehen müssen.» Der Schrecken übersteige jegliche Vorstellungskraft, sagte er in seiner Predigt weiter.

Ergreifende Worte der Kolleginnen

«Wir, die wir immer Hundertstelssekunden nachgerannt sind, Eure Stoppuhr hat nun plötzlich angehalten. Fürs Publikum und die Medien warst du der Star, für uns eine Freundin», sagten die Skirennfahrerinnen Sylviane Berthod und Chantal Bournissen in der Trauerfeier. Sie wünschten dem getöteten Geschwisterpaar, dass es nun gemeinsam auf dem ewigen Schnee skifahren möge.

«Wir haben uns auf die Hochzeit von dir und Sandra gefreut; nun hat der Wahnsinn alle Träume zunichte gemacht», sagten die Skilehrerkollegen von Alain. Am Freitag, am Tag der Beerdigung, hätte Alain Rey-Bellet mit seiner Verlobten Hochzeit feiern wollen.

Zurbriggen, Hess und Nadig

«Ich hätte es nicht für möglich gehalten, so etwas jemals erleben zu müssen, sagte der ehemalige Skistar Pirmin Zurbriggen, der mit seiner Gattin zur Trauerfeier gekommen war. Neben Zurbriggen waren auch die Veteraninnen Erika Hess und Marie-Thérèse Nadig sowie weitere Ehemalige des Nationalkaders nach Val d'Illiez gereist.

Er sei hier als Privatmann und aus Soldiarität mit den betroffenen Familien, die er sehr gut gekannt habe, sagte der ehemalige Swiss-Ski-Direktor Jean-Daniel Mudry. Ebenfalls als Privatmann kam der Walliser Regierungsrat Jean-Jacques Rey-Bellet, der mit der Trauerfamilie entfernt verwandt ist.

Von der nächsten Familie nahm der Vater des getöteten Geschwisterpaares am Beerdigungsgottesdienst teil. Für die Mutter, die schwer verletzt im Spital liegt, war eine Teilnahme völlig ausgeschlossen.

Die Polizei hat nach eigenen Angaben inzwischen mit ihr sprechen können. Der Frau sei bewusst, dass ihre beiden Kinder tot seien, sagte der Gemeindepräsident von Val d'Illiez und Verwandte der Rey- Bellets, Philippe Es-Borrat, in einem Interview der Walliser Zeitung «Le Nouvelliste» vom Freitag.

Stadler telefonierte noch mit Vater

Gerold Stadler habe vor seinem Suizid am Dienstag noch mit seinem Vater telefoniert, sagte er weiter. Über den Inhalt dieses Gesprächs wurde allerdings bisher nichts bekannt. Offenbar waren auch Angehörige der Familie Stadler an der Trauerfeier anwesend.

Corinne und Alain Rey-Bellet waren am Sonntagabend in Les Crosets VS erschossen, ihre Mutter mit fünf Schüssen lebensgefährlich verletzt worden. Der mutmassliche Täter, der Ehemann Rey-Bellets, Gerold Stadler, hat sich am Dienstag selbst gerichtet. Das Ehepaar Stadler-Rey-Bellet hinterlässt einen zweieinhalbjährigen Sohn.

(sda)

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