27.09.2018 07:26

Übergriffsvorwürfe

Beweist dieser Kalender Kavanaughs Unschuld?

Brett Kavanaugh steht weiterhin im Fadenkreuz des Justizausschuss. Nun wurden Kalenderblätter von 1982 veröffentlicht. Diese sollen seine Unschuld beweisen.

von
fss
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Vor seiner Anhörung beim Justizausschuss veröffentlicht Brett Kavanaugh freiwillig seine Agenda aus dem Jahr 1982.

Vor seiner Anhörung beim Justizausschuss veröffentlicht Brett Kavanaugh freiwillig seine Agenda aus dem Jahr 1982.

AP/Jacquelyn Martin
Der Kalender soll seine Unschuld im Zusammenhang mit einer missglückten Vergewaltigung beweisen.

Der Kalender soll seine Unschuld im Zusammenhang mit einer missglückten Vergewaltigung beweisen.

Screenshot Senate judiciary committee
Er zeigt viele Sporttermine und gesellschaftliche Anlässe.

Er zeigt viele Sporttermine und gesellschaftliche Anlässe.

Screenshot Senate judiciary committee

Der Justizausschuss des US-Senats will am Donnerstag die Professorin Christiane Blasey Ford im Justizausschuss zu ihren Anschuldigungen anhören. Sie bezichtigt Kavanaugh, er habe sie während einer Schülerparty in den 80er Jahren zu vergewaltigen versucht. Auch zwei weitere Frauen werfen dem Richter inzwischen sexuelle Übergriffe vor. Kavanaugh, der die Anschuldigungen zurückweist, soll nach Ford in der Ausschusssitzung aussagen.

Vor der Anhörung veröffentlichte der Ausschuss Kalenderblätter von Kavanaugh aus dem Sommer 1982, die der Richter als Beweis für seine Unschuld weitergab. Auf dem Kalender sind viele gesellschaftliche Veranstaltungen, sowie sportliche Aktivitäten zu sehen. Ausserdem zeigen die Blätter, dass Kavanaugh im Juli jedes Wochenende die Stadt verlassen hat. Im Juni prangt der Eintrag «Beachweek» über allem. Dabei soll es sich um einen einwöchigen Aufenthalt am Strand handeln. Der August ist mit gefüllt mit einer To-Do-Liste, die vom sommerlichen Football-Camp angeführt wird. Ausserdem steht darin sein Friseurbesuch und seine Reisen nach New York oder nach Namibia.

Ob der Kalender aber wirklich als Beweis für seine Unschuld gilt, darf angezweifelt werden. Es herrscht ein grosses Chaos und viele Partys und Ausflüge sind eingetragen. Dies überrascht, da der Kandidat für den Obersten Gerichtshof in einem Interview vor einer Woche noch davon sprach, dass er ein fleissiger Student gewesen sei.

Weitere Vorwürfe in den vergangenen Tagen

In den vergangenen Tagen hatte sich eine weitere Frau im Magazin «New Yorker» mit dem Vorwurf gemeldet, Kavanaugh habe sie sexuell belästigt. Während einer Studentenparty an der Elite-Universität Yale in den 80er Jahren habe er ihr sein Geschlechtsteil ins Gesicht gedrückt.

Am Mittwoch erklärte dann eine dritte Frau, sie sei Zeugin von sexueller Belästigung durch Kavanaugh bei Schülerpartys in den 80er Jahren gewesen. Kavanaugh habe «Mädchen gegen ihren Willen an sich gedrückt und sich an ihnen gerieben». Um das Jahr 1982 herum sei sie zudem während einer Party, an der auch Kavanaugh teilgenommen habe, Opfer einer Gruppenvergewaltigung geworden.

Trumps Republikanische Partei hält dennoch bislang an ihrem Plan fest, bereits am Freitag im Justizausschuss über Kavanaugh abstimmen zu lassen. In dem Votum geht es darum, die Personalie an das Plenum der Kongresskammer weiterzuleiten. Dieses hat dann die endgültige Entscheidung über die Nominierung für den mächtigen Supreme Court zu treffen.

(fss/sda)

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