Bewerbungspflicht auch bei kleinen Chancen
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Bewerbungspflicht auch bei kleinen Chancen

Arbeitslose müssen sich für eine zugewiesene Stelle auch dann bewerben, wenn die Chancen auf eine Anstellung gering sind.

Laut Eidg. Versicherungsgericht (EVG) ist einem Aargauer das Arbeitslosengeld zu Recht für 38 Tage gestrichen worden.

Der 30-jährige Arbeitslose war im September 2003 vom Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum aufgefordert worden, sich auf eine bestimmte Stelle zu melden, was er aber unterliess. Das Aargauer Amt für Wirtschaft und Arbeit stellte die Anspruchsberechtigung auf Arbeitslosengeld deshalb für die Dauer von 38 Tagen ein.

In seiner Beschwerde ans EVG argumentierte der Betroffene dagegen unter anderem, dass von seiner Seite nur ein leichtes Verschulden vorliege: Da sich nämlich über 30 Personen um die Stelle beworben hätten, könne seine Unterlassung nicht als «Ablehnung einer zumutbaren Arbeitsstelle» gewertet werden.

Die Luzerner Richter verwarfen diese Sicht der Dinge. Entscheidend sei, dass sich der Beschwerdeführer nicht beworben und damit von vorneherein jede Chance vertan habe, den Job zu erhalten. Ob er die Stelle auch erhalten hätte, sei nicht massgebend, von Bedeutung sei allein die Möglichkeit des Stellenerhalts.

(C 143/04 vom 22. Oktober 2004; keine BGE-Publikation) (sda)

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