Kanaren – Bewohner von La Palma sind dem Vulkan ausgeliefert
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KanarenBewohner von La Palma sind dem Vulkan ausgeliefert

Glühend heisse Lava frisst sich voran. Weitere rund 800 Bewohner mussten auf La Palma ihre Häuser verlassen. In kürzester Zeit versuchen sie zu retten, was zu retten ist. In ihrer Hast wirken die Menschen wie Diebe im eigenen Haus.

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Weitere rund 800 Bewohner mussten auf La Palma ihre Häuser verlassen.

Weitere rund 800 Bewohner mussten auf La Palma ihre Häuser verlassen.

REUTERS/Sergio Perez
In kürzester Zeit versuchen sie zu retten, was zu retten ist. In ihrer Hast wirken die Menschen wie Diebe im eigenen Haus.

In kürzester Zeit versuchen sie zu retten, was zu retten ist. In ihrer Hast wirken die Menschen wie Diebe im eigenen Haus.

REUTERS/Sergio Perez
Seit mehr als drei Wochen sind die Bewohner der Kanareninsel La Palma dem unberechenbaren Vulkan in der Cumbre Vieja weitgehend ohnmächtig ausgesetzt.

Seit mehr als drei Wochen sind die Bewohner der Kanareninsel La Palma dem unberechenbaren Vulkan in der Cumbre Vieja weitgehend ohnmächtig ausgesetzt.

Jorge Guerrero/AFP

Darum gehts

  • Hunderte Menschen mussten am Mittwochmorgen auf der Kanareninsel La Palma erneut um ihre Häuser und ihren Besitz fürchten.

  • Seit mehr als drei Wochen wütet der unberechenbare Vulkan in der Cumbre Vieja.

  • Es ist kein Ende des Ausbruchs in Sicht.

Seit mehr als drei Wochen sind die Bewohner der Kanareninsel La Palma dem unberechenbaren Vulkan in der Cumbre Vieja weitgehend ohnmächtig ausgesetzt. Während die Insel immer wieder von leichten bis mittleren Erdbeben erschüttert wird, schob sich die bis zu 1200 Grad heisse Lava auch am Mittwoch Meter für Meter unaufhaltsam durch das Tal von Aridane Richtung Atlantik. Ein Ende des Ausbruchs ist laut Experten nicht in Sicht.

Das Fauchen des Vulkans, das immer wieder vom Donner explosionsartiger Entladungen übertönt wird, und Ascheregen begleitet die Menschen auf Schritt und Tritt, zerrt an ihren Nerven. Aber sie geben nicht klein bei. Rund 800 weitere Menschen, die am Vortag wegen der nahenden Lava zur Evakuierung aufgerufen worden waren, konnten den Grossteil ihrer Habseligkeiten in Sicherheit bringen, wie der staatliche TV-Sender RTVE berichtete.

Menschen hoffen, dass die Lava ihr Haus verschont

Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie Bewohner in grosser Hast ihre Häuser ausräumten, wichtige Papiere, Erinnerungsstücke, Möbel, Geschirr, Waschmaschinen, Fernseher, Matratzen, Decken, Bettwäsche, Mopeds, Fahrräder, Spielzeug, Kleidung, einfach alles von Wert wurde auf Lastwagen verladen. Einige schraubten sogar die Wasserhähne ab, berichtete die Zeitung «La Vanguardia». Die Menschen würden wie Diebe ihres eigenen Hausrats wirken, wenn sie wieder und wieder Schränke durchwühlten, um auch ja nichts zu vergessen, schrieb «El País».

Das Wertvollste aber, die Häuser selbst, ihr Zuhause, mussten die Menschen zurücklassen. Durch offene Türen war ein Durcheinander von Einrichtungsgegenständen zu sehen, die in der Eile nicht mehr mitgenommen werden konnten. Danach blieb den Menschen nur noch, auf das Wunder zu hoffen, dass die Lava ihr Haus verschonen möge.

Schäden in Höhe von 400 Millionen Euro

Mit den neuen Evakuierungen stieg die Zahl der Menschen, die sich seit dem Beginn des ersten Ausbruchs des Vulkans seit 50 Jahren in Sicherheit bringen mussten, auf etwa 7000.

Seit dem 19. September wurden bereits 1458 Gebäude zerstört oder schwer beschädigt und fast 660 Hektar unter Lava und Vulkanasche begraben. Darunter auch immer grössere Teile von Bananenplantagen, aus denen das Hauptexportgut der Insel kommt. Die Inselregierung ging schon vor zwei Wochen von Schäden in Höhe von mindestens 400 Millionen Euro aus. Eine neuere Schätzung wurde noch nicht bekannt.

Spaniens Regierungschef auf Besuch

Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez wurde am Mittwochnachmittag zu seinem vierten Besuch seit dem Ausbruch des Vulkans erwartet. Er wolle sich vor Ort ein Bild von der Lage machen und die Behörden und die Bewohner der Insel der Solidarität des ganzen Landes versichern, berichteten spanische Medien unter Berufung auf die Regierung.

Der Flughafen der Insel war nach Angaben des Betreibers Aena betriebsbereit, wurde aber nur von wenigen Fluggesellschaften wie Binter angeflogen. Der Flugverkehr zu den anderen grossen Touristeninseln der Kanaren – Teneriffa, Fuerteventura, Gran Canaria oder Lanzarote – lief normal.

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(DPA/lea)

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