Brief an die Gemeinde: Bewohner von Mar-a-Lago wollen Donald Trump nicht als Nachbar
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Brief an die GemeindeBewohner von Mar-a-Lago wollen Donald Trump nicht als Nachbar

Donald Trump möchte nach seiner Präsidentschaft Mar-a-Lago in Florida zu seinem neuen Zuhause machen. Das passt seinen Nachbarn gar nicht. Sie fordern die Gemeinde auf, Trump den Umzug zu verbieten.

von
Reto Heimann
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Die Nachbarn von Donald Trump in Mar-a-Lago wollen nicht, dass Donald Trump nach seiner Zeit als Präsident nach Mar-a-Lago zieht.

Die Nachbarn von Donald Trump in Mar-a-Lago wollen nicht, dass Donald Trump nach seiner Zeit als Präsident nach Mar-a-Lago zieht.

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Das Weisse Haus wird er verlassen müssen: Aber ob Donald Trump…

Das Weisse Haus wird er verlassen müssen: Aber ob Donald Trump…

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… in sein Anwesen in Mar-a-Lago in Florida ziehen kann, ist ebenfalls unklar.

… in sein Anwesen in Mar-a-Lago in Florida ziehen kann, ist ebenfalls unklar.

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Darum gehts

  • US-Präsident Trump plant gemäss Medienberichten nach seinem Ausscheiden aus dem Weissen Haus seinen Golfclub in Mar-a-Lago zu seinem neuen Zuhause zu machen.

  • Die Bewohner von Palm Beach wehren sich dagegen, dass Donald Trump ihr neuer Nachbar wird.

  • Sie fordern die Gemeinde in einem Brief auf, Donald Trump den Umzug zu verbieten.

Im Weissen Haus ist kein Platz mehr für Donald Trump. Nachdem die Wahlleute am Montag die Mehrheit der Stimmen Joe Biden gegeben haben und der höchste Republikaner Mitch McConell Biden und Harris offiziell zum Sieg gratuliert hat, ist definitiv klar: Nach dem 20. Januar wird Donald Trump das Oval Office Joe Biden überlassen müssen.

Gemäss Informationen der «Washington Post» hatte Trump ins Auge gefasst, seine Sommerresidenz in Mar-a-Lago in Florida zu seinem Zuhause nach seiner Präsidentschaft zu machen. Aber auch daraus könnte nichts werden.

Nachbarn ein Dorn im Auge

Denn: Die Nachbarn von Donald Trump sind wenig begeistert von der Vorstellung, ihn bald als Nachbar zu haben. Sie haben deshalb einen offiziellen Brief an die Gemeindeverwaltung von Palm Beach geschrieben, zu dessen Verwaltungsgebiet Mar-a-Lago politisch gehört. Darin fordern sie die Gemeinde klipp und klar dazu auf, Trump zu verbieten, Mar-a-Lago zu seinem neuen Wohnsitz zu machen.

Bei den Nachbarn handelt es sich um die Familie DeVoss, die eine international tätige Missionar-Stiftung betreibt. Ihnen ist der Betrieb rund um Trumps Privatresidenz, der viele Verkehr und die gesperrten Strassen schon länger ein Dorn im Auge.

Die Familie DeVoss stützt sich bei ihrem Ansinnen auf eine Abmachung aus dem Jahr 1993. Damals wandelte Trump – in finanziellen Schwierigkeiten – sein Anwesen in Mar-a-Lago von einer Privatresidenz in einen Golfclub um, um Steuern zu sparen.

«Rechtlich unmöglich»

Der Preis dafür: Golfclub-Mitglieder durften sich nicht mehr als 21 Tage im Jahr und sieben Tage am Stück in Mar-a-Lago aufhalten. Und: Trump verpflichtete sich dazu, Mar-a-Lago nicht zu seinem Wohnsitz zu machen. Darauf stützen die Nachbarn nun ab.

«Es ist rechtlich gesehen absolut unmöglich, dass Trump sein Anwesen als Wohnsitz und als Golfclub benutzen kann», sagt ein Bewohner von Palm Beach. Ein Sprecher von Trumps Businessmanagement kontert: «Es gibt keinerlei Dokumente, die es Präsident Trump verbieten würden, ihn Mar-a-Lago seinen Wohnsitz zu beziehen.»

Mar-a-Lago diente Trump während seiner Amtszeit als zweiten Regierungssitz. Insgesamt 30 Mal reiste er nach Mar-a-Lago und verbrachte dort insgesamt 130 Tage. Er empfing auch Staatsoberhäupter und andere politische Würdenträger in Mar-a-Lago – so etwa den brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro im März 2020.

Weder das Weisse Haus noch die Gemeinde Palm Beach wollten auf Anfrage der «Washington Post» Stellung beziehen zum Fall. Für die Nachbarn von Trump gibt es jedenfalls eine einfach Lösung: «Palm Beach hat viele tolle Anwesen zum Verkauf. Wir sind zuversichtlich, dass es dabei etwas darunter hat, dass Präsident Trumps Vorstellungen entspricht.»

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