Fashion: Beyoncé adelt Philipp Plein
Aktualisiert

FashionBeyoncé adelt Philipp Plein

Die Modewelt hat den Münchner Designer lange belächelt. Heute tragen US-Stars seine Kreationen.

von
Martina Loepfe
Beyoncé und Nicki Minaj tragen Football-Outfits des Münchener Designers Philipp Pein.

Beyoncé und Nicki Minaj tragen Football-Outfits des Münchener Designers Philipp Pein.

Der Münchner Modedesigner Philipp Plein rührt gern mit der großen Kelle an. Stars wie Grace Jones, Iggy Azalea, Rita Ora oder Snoop Dogg eröffnen jeweils seine Modenschauen auf der Fashion Week in Mailand mit einer Live-Performance. Für seine Kampagnen verpflichtet er Lindsay Lohan oder Ed Westwick und lässt sogar den Starfotografen Terry Richardson für sich modeln.

Ausgestattet mit reichlich Selbstvertrauen und Geld – Plein kommt aus reichem Haus und ging im Elite-Internat Salem zur Schule – hat er sich mit seiner Labelgründung 2004 regelrecht ins Modebusiness gedrängt: Er schmiss riesige Aftershow-Partys und buchte teure Anzeigen in Modemagazinen. Die Fashionszene hingegen hat ihn belächelt, wenn nicht gar boykottiert. Zu viel Fell, zu viel Animal-Print, zu viele Totenköpfe aus funkelnden Steinen in seinen Kollektionen. Zu stark blondiert und gebräunt die Damen aus Russland oder TV-Starlets wie Gina-Lisa Lohfink, die Pleins Kreationen trugen.

Wie geht's weiter?

Plein hat daraus gelernt. In seinen jüngsten Kollektionen blieben die Totenköpfe aus, ebenso der Leo- und Zebraprint. Seine Shows gehören mittlerweile zum festen Bestandteil der Mailänder Modewoche, selbst wenn die großen Modekritiker immer noch nicht in der ersten Reihe sitzen. Das kann Plein aber eigentlich egal sein, denn 2013 hat sein Unternehmen – dessen Hauptsitz übrigens in Lugano ist – 130 Millionen Dollar Umsatz gemacht. Nun tragen sogar Beyoncé und Nicki Minaj seine Teile. Im Musikvideo zu "Feeling Myself" sieht man die beiden Superstars mit Looks im American-Footbal-Stil aus Pleins kommender Herbst-Winter-Kollektion.

Philipp Plein ist nicht zu stoppen. Weltweit hat er mittlerweile 45 Stores. Wir tippen: Er entwickelt sich zum Designer der Stunde und wird bald auch auf der Fashion Week zum begehrtesten Designer. Die Modepresse wird sich um Einladungen zanken und bald in seinen Football-Outfits in der ersten Reihe sitzen.

20 Minuten Friday

20 Minuten Friday ist ein Teil des Medienverbundes 20 Minuten. Eine eigenständige Redaktion berichtet aus der Welt der nationalen und internationalen Stars. Ein umfangreicher Modeteil und Style-Rubriken ergänzen den Lesestoff.

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