02.08.2020 12:24

Best Of

Beyoncé erklärt die Welt mit klaren Worten und mächtigen Bildern

Die 38-Jährige hat ihr visuelles Album «Black Is King» veröffentlicht – und weitere Highlights der aktuellen Musikwoche.

von
Melanie Biedermann
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Am 27. Juni kündigte Beyoncé ihr neues Visual Album «Black Is King» an – am 31. Juli ist der Film auf Disney+ erschienen.

Am 27. Juni kündigte Beyoncé ihr neues Visual Album «Black Is King» an – am 31. Juli ist der Film auf Disney+ erschienen.

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Parallel veröffentlichte der Popstar ein Video zur Single «Already» via Youtube.

Parallel veröffentlichte der Popstar ein Video zur Single «Already» via Youtube.

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Der Song befindet sich auf dem Album «The Lion King: The Gift», das die 38-Jährige vor fast genau einem Jahr als Begleitstück zum Kino-Remake des Disney-Klassikers veröffentlichte.

Der Song befindet sich auf dem Album «The Lion King: The Gift», das die 38-Jährige vor fast genau einem Jahr als Begleitstück zum Kino-Remake des Disney-Klassikers veröffentlichte.

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Im «Best Of» stellt dir 20 Minuten Radio die Highlights der aktuellen Musikwoche vor.

«Brand New», das Battle der neuesten Tracks, gibts von Montag bis Freitag jeweils zwischen 15 und 19 Uhr in der «Supreme Show», live auf unserem Sender.

Release der Woche: Beyoncé, «Black Is King»

Dieses Mal wusste die Welt Bescheid: Vor einem guten Monat kündigte die Popikone ihr visuelles Album in Zusammenarbeit mit Disneys Streamingdienst Disney+ an, pünktlich am 31. Juli ging «Black Is King» online. Der Film basiert auf dem Album «The Lion King: The Gift», das Beyoncé vor wenig mehr als einem Jahr begleitend zum Film-Remake des Disney-Klassikers veröffentlichte. Der Deal beinhaltet die zusätzliche Ausstrahlung in afrikanischen Ländern sowie einigen Nahost-Staaten am 1. August.

Musikalisch gibt es wenig neues vom Popstar: Die Streamingplattformen erhielten die Deluxe-Version von «The Gift», die Interludes sind weg, es gibt drei neue Tracks: «Black Parade», den Release vom 30. Juni, eine Extended Version desselben, und der Melo-X Remix von «Find Your Way Back».

Für alle ohne Disney-Abo veröffentlichte die 38-Jährige über Nacht das Video zu «Already». Der Song war ebenfalls schon auf dem letztjährigen Album, die einleitenden Worte dazu sind neu: «Who are you? I know exactly who I am / the question is who are you?» – Wer bist du eigentlich? fragt die Stimme aus dem Off. «I’m nobody, so leave me alone – alright?» – die Antwort: Ein Niemand, geh weg. «Everybody is somebody, even a nobody […] I will show you». Jeder ist jemand. Ich werds dir zeigen.

Die Auflösung des Frage-Antwort-Spiels gibts im Song: «You’re a king and you know it / Shine already / It’s time already» – du bist ein König, du weisst es doch. Und dann, freier übersetzt: Es ist an der Zeit, dass du dich auch so verhältst. Eine halbe Million Youtube-Aufrufe hatte «Already» innert fünf Stunden.

Schon der Trailer zum Film knüpfte an die Storyline an: «Lead. Or be lead astray» – Sei ein Anführer. Oder verliere dich. «Follow your light. Or lose it.» Folge dem Guten in dir. Oder verliere es. Es sind die Worte einer Frau, die ihre Zügel längst selber in den Händen hält. Die Bildwelt ist ein hyper-ästhetisches Abbild ihrer schwarzen Geschichte.

Im Film selber kriegen neben den Darstellern aus dem Album auch Showbiz-Grössen wie Pharrell (47), Naomi Campbell (50) und Lupita Nyong’o (37) eine Plattform, genauso Ex-Destiny’s Child Kollegin Kelly Rowland (39) und die private Familie Carter-Knowles von Mama Tina (66) über die Kids Blue Ivy (8), die Zwillinge Rumi und Sir Carter (3) und Gatte Jay-Z (50).

Beyoncé bekräftigt mit «Black Is King» einmal mehr ihre Position als Ikone der Selbstermächtigungs-Bewegung. Ihre Message bleibt dieselbe, denn sie ist relevant wie eh und je: Nur, wer aktiv wird, kriegt, was er will. Nur wer fordert, wird bekommen, was ihr zusteht.

«Du bist längst ein König», diese Nachricht geht spezifisch an alle Mitglieder ihrer schwarzen Community, die in allen Bereichen des Lebens noch immer unterdrückt wird. Am Ende richten sich die Worte des Popstars aber an jede von uns: Nur, wer seine Qualitäten kennt, kann sein Potenzial ausschöpfen. Nur wer Güte lebt, kann zu Gerechtigkeit beitragen. Es ist simpel: Wer viel gibt, kriegt viel zurück. Beyoncé erklärt die Sache einmal mehr mit klaren Worten und mächtigen Bildern.

Video der Woche: Anna Aaron, «Rooms»

Auch dieser Song existierte längst, doch nun hat die Baslerin Anna Aaron einem Track von Vorjahrsalbum eine Bildgeschichte verpasst. «Pallas Dreams» heisst die LP, das Video zu «Rooms» ist in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Modedesigner Timon Imveldt entstanden. Gedreht wurde bereits im Mai 2019 am London College of Fashion, wo Imveldt im selben Jahr seinen Masterabschluss feierte.

Das Duo arbeitete bereits für Aarons «Moskito»-Video zusammen, der haarige Kopfschmuck vom Albumcover stammt ebenfalls von Imveldt. Das Video ist schön, der Song schöner.

Catch der Woche: CAPSLOCKSUPERSTAR, «MONTEVIDEO»

Die Band betonte es in der Pressemail sehr oft: Grossbuchstaben sind wichtig. Man will den künstlerischen Ausdruck nicht schmälern. Es ist aber auch ein besonders flashier Release.

Das selbsterklärte Eurodance-Duo CAPSLOCKSUPERSTAR, bestehend aus Jessica Jurassica und DJ Netlog, singt in der Debütsingle von «Moonlight, Freiheit, Insta grind» und klingt dabei tatsächlich, und ganz wertfrei, sehr nach Eurodance.

Der Song ist halb Liebeserklärung ans Reisen und das mehr metaphorische Trippen, halb Anprangern – ein Reminder an den grauenhafte Vergewaltigungsmord an den beiden Backpackerinnen María José Coni und Marina Menegazzo 2016 in Ecuador.

«MONTEVIDEO» ist der Vorbote des Debütalbums, das bald erscheinen soll.

Live-Tipp der Woche: Björk, online

Die Musikikone gesellt sich zur Reihe der Big Names, die Corona-Restriktionen dazu nutzen, neue Wege zu gehen.

Björk wartet gleich mit vier Gigs auf: Am 9., 15., 23. und 29. August wird die Isländerin mit jeweils verschiedenen Orchester-Konstellationen in Reykjavik auf der Bühne stehen. Wer in Island lebt, konnte sich Tickets für das reale Konzert kaufen, Billets fürs virtuelle Dabeisein gibts hier.

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11 Kommentare
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NonoNo

03.08.2020, 13:21

Nimmt Beyonce irgendjemand noch ernst? 1 Song mit 5 Zeilen wird von 17 Produzenten, 12 Schreibern und ca. 200 Marketing Leuten gemacht. Total überbewertet.

White Lives Matter

03.08.2020, 07:00

Man stelle sich mal die Reaktion vor wenn ein Weisser ein Album mit dem Titel "White is King" releasen würde.

lalala

02.08.2020, 15:18

Wow... Bin beeindruckt. Selbstdarstellung pur. Aber der Grund dafür ist natürlich ein anderer. Super.