Auflagezahlen: Bezahl-Zeitungen verlieren weiter

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AuflagezahlenBezahl-Zeitungen verlieren weiter

Der Auflageschwund bei den bezahlten Tageszeitungen geht weiter. Auch der «Blick am Abend» und die meisten Sonntagszeitungen verlieren an Boden. «20 Minuten» legt erneut zu.

Die bezahlten Tageszeitungen in der Schweiz haben im laufenden Jahr weiter an Auflage verloren. Dafür legte die Pendlerzeitung «20 Minuten» erneut leicht zu und liegt bei der Tagespresse unangefochten an der Spitze. Eine Delle gab es beim «Blick am Abend».

«20 Minuten» als auflagenstärkste Tageszeitung der Schweiz legte noch einmal um 0,4 Prozent zu und kommt nun täglich mit 496 205 Exemplaren in die Verteilkästen, wie die WEMF AG für Werbemittelforschung in ihren am Samstag veröffentlichten Zahlen ausweist.

Das Gratisblatt «Blick am Abend» konnte beim Auflagenwachstum nicht mithalten. Es verlor 2,5 Prozent und kam noch auf 321 095 Exemplare. Allerdings hatte die Zeitung 2009 wegen einer Ausweitung des Verteilgebiets stark zugelegt. Vom französischsprachigen «20 minutes» gelangten 203 407 Stück oder 1,7 Prozent weniger in die Auslieferung.

Stärkster Rückgang bei der «BaZ»

Einbussen mussten durchs Band die bezahlte Tagespresse hinnehmen. An Auflage zulegen konnte einzig das «St. Galler Tagblatt», und zwar um 12,6 Prozent auf 118 420 Exemplare. Zustande kam das Wachstum durch die Übernahme der «Thurgauer Zeitung».

Ringiers «Blick» als grösste Bezahlzeitung der Schweiz büsste 3,1 Prozent ein und setzte noch 208 360 Blätter ab. Der «Tages- Anzeiger», das Flaggschiff des Zürcher Tamedia Konzerns, verlor 4 Prozent seiner Auflage und setzt noch 195 618 Stück ab. Die Lokalkonkurrentin «Neue Zürcher Zeitung» büsste 3,1 Prozent der Auflage ein und kam noch auf 132 670 Exemplare.

Die Berner Tamedia-Blätter «Der Bund» und «Berner Zeitung» blieben ebenfalls nicht ungeschoren; letztere verlor 4,2 Prozent auf 174 162, «Der Bund» verlor 1,9 Prozent auf 50 231 Stück.

Den deutlichsten Rückgang bei den Bezahlzeitungen musste die «Basler Zeitung» hinnehmen. Sie verlor wegen des Wirbels um Chefredaktion und Besitzverhältnisse im Jahresvergleich 7,4 Prozent ihrer Auflage und erscheint noch in 77 619 Exemplaren.

Die «Aargauer Zeitung» schrumpfte auf 178 854 Stück oder um 4,5 Prozent. Die «Südostschweiz» - Lokalmatadorin in ihren Regionen - erschien täglich mit 122 470 Zeitungen, 1,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Die «Neue Luzerner Zeitung» und ihre Zentralschweizer Kopfblätter brachten 121 371 Zeitungen heraus, ebenfalls leicht weniger als vor einem Jahr.

«NZZ am Sonntag» legt leicht zu

Bei den Sonntagszeitungen meldet die WEMF nur für die «NZZ am Sonntag» einen minimen Zuwachs auf 130 133 Stück. Die grösste Zeitung am Ruhetag, der «SonntagsBlick», büsste 3,4 Prozent auf 230 180 Exemplare ein, die «SonntagsZeitung» verlor 3,5 Prozent und kam noch auf 182'129 Exemplare.

Die Auflagen der Zentralschweiz am Sonntag» (106 894) und des «Sonntag» (158 115) gaben um 2,2 respektive 7,2 Prozent nach. Die «Südostschweiz am Sonntag» (51 545) büsste 1,5 Prozent ein.

Dasselbe Phänomen ennet dem Röstigraben

Ähnlich präsentiert sich die Lage in der Romandie. Die auflagenstärkste Tageszeitung «24 Heures» verlor 4 Prozent auf 75 796 Exemplare. «Le Matin» (57 107) musste einen Rückgang um 1,3 Prozent einstecken.

«Le Temps» gab 42 433 Exemplare heraus, was einem Minus von 4,5 Prozent gleichkommt. Einzig die Freiburger Publikation «La Liberté» gewann 0,3 Prozent und kam auf 39 086 Stück. Das einzige Westschweizer Sonntagsblatt, «Le Matin dimanche», brach um 6,4 Prozent auf 175 951 Exemplare ein.

Die Tessiner Presse konnte die Stellung in etwa halten. Am meisten verlor der «Corriere del Ticino» mit 2,2 Prozent auf 36 274 Exemplare. Praktisch stabil hielten sich «La Regione» (32 379) und «Giornale del Popolo» (16 301). (sda)

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