Bhutto: Pakistan droht «noch grössere Diktatur»

Aktualisiert

Bhutto: Pakistan droht «noch grössere Diktatur»

Die pakistanische Oppositionspolitikerin Benazir Bhutto sieht nach der Verhängung des Ausnahmezustandes in ihrem Land die Gefahr einer «noch grösseren Diktatur».

Den Ausnahmezustand kritisierte die Chefin der Volkspartei PPP als «Mini-Kriegsrecht». Im britischen Fernsehsender «Sky News» forderte sie die internationale Gemeinschaft auf, Druck auf Musharraf auszuüben, «damit wir faire, freie unabhängige Wahlen abhalten können».

Sie gehe davon aus, dass der Ausnahmezustand die für Januar angesetzten Wahlen um «mindestens ein bis zwei Jahre» verzögern solle. «Das Volk und ich, wir sind bitter enttäuscht», sagte Bhutto. Zwar befinde sich Pakistan durchaus in einer Krise. Aber der Ausnahmezustand sei nicht der richtige Weg.

Ihr sei klar, dass ihre Rückkehr nach Pakistan gefährlich sei, sagte Bhutto. Sie wisse nicht, ob sie festgenommen werde. Bhutto war am Samstag nach Bekanntwerden des Ausnahmezustandes aus Dubai zurückgekehrt, wohin sie am Donnerstag geflogen war. Erst vor zwei Wochen war die Politikerin nach achtjährigem Exil nach Pakistan zurückgekehrt.

Oppositionelle verhaftet

Ein weiterer bekannter Oppositionspolitiker wurde derweil nach eigenen Angaben unter Hausarrest gestellt. Der frühere Kricket-Star Imran Khan berichtete per Telefon, er sei unter Hausarrest gestellt worden.

Khan hatte zuvor Musharraf Verrat vorgeworfen und erklärt, dies müsse mit dem Tod bestraft werden. Auch die Vorsitzende der pakistanischen Menschenrechtskommission, Asma Jahangir, soll festgenommen worden sein.

Der Präsident seinerseits hatte zuvor den Ausnahmezustand über das Land verhängt und die Verfassung ausser Kraft gesetzt. Er setzte ausserdem den ihm kritisch gegenüber stehenden Obersten Richter des Landes, Iftikhar Muhammad Chaudhry, ab. Auch Chaudhry soll unter Hausarrest stehen.

(sda)

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